Almonty hat am Freitag im Umfeld fallender Wolframpreise nachgegeben. Die Tagesveränderung betrug -2,7%. Lagerabbau und Panikverkäufe prägen Medienberichten zufolge den chinesischen Wolframmarkt. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich dieses Preisumfeld zu den angekündigten operativen Schritten bei Almonty verhält.
Lagerabbau drückt auf die Preise
Ein Bericht vom Donnerstag beschreibt deutliche Preisrückgänge im Oktober. Der Richtpreis für Wolframitkonzentrat mit einem Gehalt von 65% lag bei 302.000 Yuan je Standardtonne. Für Ammoniumparawolframat, kurz APT, wurden 470.000 Yuan je Tonne genannt. Beide Preise waren innerhalb des Monats gefallen.
Das ist zunächst ein Branchensignal und keine neue operative Meldung von Almonty. Lagerabbau und Panikverkäufe beschreiben den Druck auf den chinesischen Markt. Sie belegen für sich genommen weder eine Änderung der Lieferplanung des Unternehmens noch die Preise seiner geplanten Auslieferungen.
Auch aus dem westlichen Markt kamen Hinweise auf nachlassende Preise. Almonty-Chef Lewis Black bezifferte westliches APT in seinem Newsletter vom 11. Oktober auf 2.500–2.900 USD/mtu WO3. Das untere Ende dieser Spanne habe in der vorangegangenen Woche nachgegeben.
Die Angaben betreffen unterschiedliche Marktregionen und Preisgrundlagen. Ein unmittelbarer Zahlenvergleich wäre deshalb nicht aussagekräftig. Für die Einordnung von Almonty zählt vielmehr, dass sowohl der chinesische Marktbericht als auch Blacks Einschätzung auf Preisdruck hinweisen.
Operative Termine treffen auf Bewertungsdruck
Bei Almonty steht zugleich ein konkreter operativer Termin an: Laut Blacks Newsletter soll die erste kommerzielle Wolframlieferung aus Sangdong am 24. Oktober auf den Weg gehen. Das ist eine geplante Auslieferung, noch keine vollzogene.
Für Anleger sind Preisentwicklung und Lieferfortschritt damit getrennt zu beurteilen. Der Versand wäre ein operativer Schritt. Welche wirtschaftliche Bedeutung er entfaltet, lässt sich jedoch nicht allein aus dem angekündigten Termin ableiten.
Oppenheimer-Analyst Ian Zaffino senkte am Donnerstag das Kursziel von 25 $ auf 19 $. Als Begründung nannte er niedrigere Bewertungsmultiplikatoren vergleichbarer Unternehmen. Die Einstufung „Outperform“ behielt er bei.
Die Kurszielsenkung bezog sich damit auf die Bewertung der Vergleichsgruppe. Sie ist nicht mit einer Meldung über eine veränderte Sangdong-Lieferplanung gleichzusetzen.
Für den angekündigten Investorentag am 19. Oktober hat Almonty einen Live-Webcast vorgesehen. Dabei sollen der Wolframmarkt, die Preisentwicklung und operative Neuigkeiten zur Sprache kommen. Diese Verbindung ist entscheidend: Der angekündigte Lieferfortschritt steht einem schwächeren Preisumfeld gegenüber. Erst die gemeinsame Betrachtung beider Seiten erlaubt eine belastbare Einordnung.
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