Almonty Aktie: Insider verkaufen 227,6 Millionen Dollar

Trotz eines Kursanstiegs von fast 95 Prozent seit Jahresbeginn verkaufen Insider bei Almonty Industries massiv Aktien. Die operative Entwicklung der Sangdong-Mine liefert jedoch positive Signale.

Auf einen Blick:
  • Insider verkaufen Aktien im Wert von Millionen
  • Sangdong-Mine startet kommerziellen Betrieb
  • Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
  • Aktie notiert unter 50-Tage-Durchschnitt

Almonty-Aktionäre erleben derzeit ein Auf und Ab, das selbst hartgesottene Trader ins Grübeln bringt. Die Aktie des Wolfram-Produzenten schwankt in den letzten Wochen extrem stark. Gleichzeitig verkaufen Insider Aktien im großen Stil — während die Bank of America Securities bei ihrem Kauf-Rating bleibt.

Eine turbulente Handelswoche

Ruhig war an der Börse für Almonty zuletzt nichts. Am 10. Juli sprang die Aktie um fast 11 Prozent auf 14,70 US-Dollar nach oben. In Toronto legte das Papier sogar noch stärker zu: Der Kurs schloss bei 23,38 kanadischen Dollar, ein Plus von 12,4 Prozent. Die Handelsspanne an diesem Tag reichte von 20,87 bis 23,52 CAD.

Zum Wochenschluss stand die Aktie bei 23,38 CAD. Auf Sieben-Tage-Sicht bedeutet das ein Plus von 1,61 Prozent. Über 30 Tage steht dagegen ein Minus von 5,54 Prozent. Der Titel notiert damit rund 30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD, das im April erreicht wurde.

Der Blick auf die längere Frist zeigt trotzdem eine beeindruckende Entwicklung. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 95 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar rund 259 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 97 Prozent — ein Wert, der die Nervosität im Handel klar widerspiegelt.

Insider trennen sich von Aktien

Während der Kurs nach oben schießt, bauen führende Köpfe des Unternehmens ihre Positionen ab. Direktor Mark Trachuk verkaufte am 2. Juli 200.000 Aktien zu einem Preis von 24,07 US-Dollar. Das entspricht einem Erlös von rund 4,8 Millionen US-Dollar.

Kurz darauf, am 1. Juli, erhielten gleich mehrere Direktoren neue Vergütungen in Aktienform. Daniel D’Amato bekam sogenannte Deferred Share Units, bei Gustave Perna wurden Restricted Share Units in reguläre Aktien umgewandelt. Trachuk selbst erhielt zusätzliche Deferred Share Units.

Über die vergangenen 90 Tage betrachtet, fällt das Bild noch deutlicher aus. Insider verkauften netto Aktien im Wert von 227,6 Millionen US-Dollar. Führungskräfte allein trugen 75,1 Millionen US-Dollar zu diesem Verkaufsdruck bei — größere Blöcke stammten unter anderem von Michael Lewis Black und Daniel D’Amato.

Sangdong-Mine liefert operative Argumente

Die Verkäufe fallen ausgerechnet in eine Phase, in der das Kerngeschäft von Almonty Fortschritte macht. Die Sangdong-Mine in Südkorea nahm am 1. Juli den kommerziellen Betrieb auf. Das Analysehaus DA Davidson hob daraufhin sein Kursziel an.

Der Optimismus stützt sich auf ein virtuelles Investorentreffen mit Lewis Black, Gründer und CEO von Almonty. Die Analysten sprachen anschließend von positiven Signalen beim Sangdong-Projekt, einer möglichen künftigen Zusammenarbeit mit der US-Regierung sowie einer soliden Bilanz. Hinzu kommt die Rekord-Preislage bei Wolfram selbst.

Die Einschätzung der Analystengemeinde bleibt insgesamt konstruktiv. Von sechs bewertenden Analysten vergibt einer ein „Strong Buy“, vier ein „Buy“ und einer ein „Sell“. Im Schnitt ergibt sich ein „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von 21,88 US-Dollar.

Ausblick

Die Aktie notiert derzeit rund 8 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 25,40 CAD. Der RSI-Wert von 48 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an — die Aktie konsolidiert offenbar nach der starken Rally der vergangenen Monate.

Zwei Kräfte ziehen dabei in unterschiedliche Richtungen. Auf der einen Seite stehen die anhaltenden Insiderverkäufe, die bei manchen Anlegern Zweifel wecken dürften. Auf der anderen Seite liefert der operative Fortschritt in Sangdong zusammen mit den hohen Wolframpreisen weiterhin Substanz für die bullische Analystenmeinung.

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