Die Deutsche Rohstoff AG hat einen Teil ihrer Beteiligung an Almonty Industries verkauft und dabei einen Buchgewinn von 128 Millionen Euro verbucht. Das Unternehmen wies den Ertrag am Mittwoch vergangener Woche aus – ein Beleg dafür, wie stark der Wert des Wolframförderers in den vergangenen Monaten gestiegen ist.
Frühinvestor zieht Kapital ab
Die Deutsche Rohstoff AG zählte zu den frühen Anteilseignern von Almonty und trennte sich nun von einem Teil ihres Pakets. Der ausgewiesene Gewinn von 128 Millionen Euro speist sich aus der Differenz zwischen Einstiegs- und Verkaufskurs und zeigt, welche Wertsteigerung Almonty-Aktionäre über die vergangenen Jahre erzielt haben.
Für Almonty selbst handelt es sich nicht um eine eigene Unternehmensmaßnahme, sondern um eine Transaktion auf Investorenebene – dennoch lenkt sie den Blick auf die fundamentale Entwicklung des Konzerns.
Diese liefert der Wolframproduzent derzeit tatsächlich: Für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 meldete Almonty ein deutliches Umsatzwachstum am Standort Panasqueira in Portugal im Jahresvergleich. Die operative Aktualisierung wurde im Rahmen der Halbjahresberichterstattung präsentiert und unterstreicht, dass die Wachstumsdynamik nicht allein vom südkoreanischen Sangdong-Projekt getragen wird, sondern auch bestehende Standorte zulegen.
Kursrally spiegelt operativen Fortschritt
Der Aktienmarkt hat diese Entwicklung längst honoriert. Die Almonty-Aktie notiert aktuell bei 14,92 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen um 36 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 88 Prozent zu Buche – eine Bewegung, die den Verkauf der Deutsche Rohstoff AG in einem nachvollziehbaren Licht erscheinen lässt: Wer früh investierte, konnte nun zu deutlich höheren Kursen aussteigen, ohne die gesamte Position aufzugeben.
Der Vorstand von Almonty hatte vor rund zwei Wochen ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar beschlossen, das bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien beziehungsweise etwa 5 Prozent des ausgegebenen Kapitals umfassen kann. Seit der Ankündigung legte der Kurs um 5,6 Prozent zu.
Zusätzlich hatte das Unternehmen bereits vor über einem Monat einen langfristigen Liefervertrag verlängert, der bis in die 2040er-Jahre reicht – seither steht ein Kursplus von 6,4 Prozent zu Buche. Beide Ereignisse fügen sich in ein Bild wachsender Investorenzuversicht, das nun auch durch den profitablen Ausstieg eines langjährigen Anteilseigners bestätigt wird.
Was der Anteilsverkauf für Anleger bedeutet
Für Almonty-Aktionäre ist der Verkauf der Deutsche Rohstoff AG kein Belastungsfaktor, sondern eher ein Indiz für die gereifte Bewertungssituation des Unternehmens. Frühphaseninvestoren realisieren typischerweise Gewinne, sobald ein Projekt – hier vor allem der Sangdong-Standort – in eine operative Phase mit belastbaren Umsatzzahlen übergeht.
Der Rückzug eines Teils des Kapitals signalisiert nicht Zweifel an der Zukunft, sondern den Abschluss einer Investitionsphase, die sich für den Verkäufer ausgezahlt hat.
Für den Wolframmarkt insgesamt bleibt Almonty damit ein zentraler Akteur im Aufbau westlicher Lieferketten außerhalb chinesischer Kontrolle – ein Umstand, der sowohl das operative Wachstum in Portugal als auch das Interesse institutioneller Investoren erklärt.
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