Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Wolfram-Produzent will seine Aktien zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 dort delisten. Der Handel konzentriert sich künftig auf die Nasdaq — dort läuft ohnehin schon der Großteil des Geschäfts.
Nasdaq statt Doppel-Listing
Fast der gesamte tägliche Handel mit Almonty-Aktien findet mittlerweile unter dem Kürzel ALM an der Nasdaq statt. Ein Doppel-Listing kostet Geld: Verwaltungsaufwand, Compliance-Gebühren, doppelte Börsenkosten. Almonty will diese Last loswerden und dadurch mehr Wert für Aktionäre schaffen.
Kanadische Anleger verlieren dabei nichts. Sie können ihre Aktien weiterhin über Broker handeln, die Zugang zu Nasdaq-Titeln bieten. Nach dem Regelwerk der TSX braucht ein solcher Rückzug keine Zustimmung der Aktionäre, solange ein liquider Alternativmarkt existiert — und genau das ist mit der Nasdaq der Fall. Die Nebenlistings an der australischen Börse ASX und in Frankfurt bleiben unangetastet.
Sangdong läuft an, Analysten reagieren
Der Rückzug aus Toronto fällt in eine Phase operativer Fortschritte. Anfang Juli 2026 bestätigte Almonty den Produktionsstart am Flaggschiff-Projekt Sangdong in Südkorea. Die Anlage verarbeitet aktuell einen Anfangsbestand von rund 139.700 Tonnen Erz — der Sprung vom Entwicklungsprojekt zum umsatzgenerierenden Produzenten ist damit vollzogen.
Zwei Deals untermauern diesen Schritt. Eine überzeichnete Wandelanleihe über 700 Millionen US-Dollar sichert die Finanzierung ab. Parallel dazu hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter der Plansee Group, erweitert. Der auf 21 Jahre angelegte Kontrakt erhöht die verbindlichen Liefermengen um 40 Prozent und verbessert die Preisformel. Bei aktuellen Marktpreisen soll das jährlich rund 30 Millionen US-Dollar zusätzlichen Umsatz bringen.
Diese Kombination aus Produktionsstart und Vertragsausweitung hat Analysten überzeugt. Sphene Capital hob das Kursziel für Almonty jüngst von 37,40 auf 38,90 kanadische Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Als Grund nannte der Analyst die verbesserte Sichtbarkeit der künftigen Cashflows.
Kurs unter Druck, Jahresbilanz stark
Die Aktie selbst zeigt sich zuletzt volatil. Am Dienstag schloss sie bei 20,87 kanadischen Dollar, nach einem Tagesplus von 6,86 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht im April 2026, ist der Titel damit noch gut 37 Prozent entfernt.
Auf Jahressicht bleibt die Bilanz trotzdem beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 73 Prozent zu Buche. Der Rückzug von der TSX ändert daran wenig — er ist vor allem ein struktureller Schritt, der die operative Wachstumsgeschichte um Sangdong und den erweiterten GTP-Vertrag nicht überschattet.
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