Almonty Industries zieht sich von zwei Handelsplätzen zurück und bündelt seine Aktie künftig auf der Nasdaq. Nach dem freiwilligen Rückzug von der Toronto Stock Exchange zum 31. Juli endete gestern auch der Handel mit den CHESS Depositary Interests (CDIs) an der australischen Börse ASX – die formale Streichung aus dem dortigen Kurszettel folgt zum 1. September.
Zwei Delistings in einem Monat
Die australische Börsenaufsicht hatte dem Rückzug bereits im Juli formal zugestimmt. Als Begründung nannte Almonty niedrige und rückläufige Handelsvolumina an der ASX im Vergleich zur Nasdaq: Die dort gehandelten CDIs machten zuletzt nur rund 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien aus.
Der Verwaltungs- und Compliance-Aufwand für die Doppelnotierung habe sich aus Sicht des Managements nicht mehr gerechtfertigt. Inhaber von CDIs mussten sich entscheiden: entweder auf dem Markt verkaufen, in Nasdaq-Aktien wandeln oder eine Zwangsveräußerung riskieren.
Der Rückzug von Toronto Ende Juli folgte einer ähnlichen Logik. Beide Schritte fallen in eine Phase, in der Almonty operativ und finanziell an Statur gewinnt: Erst Ende Juni war das Unternehmen in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes aufgenommen worden, wenige Tage zuvor hatte eine Anleihe über 800 Millionen US-Dollar den Kapitalmarktzugang deutlich erweitert.
Die Konzentration auf eine einzige, liquide Handelsplattform passt zu einem Unternehmen, das zunehmend als etablierter Nasdaq-Titel wahrgenommen werden will statt als Nebenwert mit mehreren dünn gehandelten Nebenbörsen-Listings.
Kursseitig hat der Rückzug von der ASX bislang keine dramatischen Spuren hinterlassen. Der Titel schloss am Freitag bei 15,57 Euro, ein Minus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vortag – auf Sicht von sieben Tagen beläuft sich der Rückgang auf 1,8 Prozent.
Die Bewegung fällt in eine Phase, in der die Aktie seit den vor gut drei Wochen vorgelegten Quartalszahlen um 34,6 Prozent zugelegt hatte und sich seit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine im Juni nahezu unverändert zeigt.
Fundament bleibt intakt
Die strukturellen Anpassungen an der Börsenlandschaft ändern nichts an der operativen Entwicklung. Almonty hatte im zweiten Quartal einen Umsatzsprung auf 43,0 Millionen kanadische Dollar vermeldet, getragen von deutlich gestiegenen Wolfram-Preisen und dem Anlauf der Verarbeitungsanlage in Sangdong. Die Barmittel beliefen sich zum 30. Juni auf rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar, gestützt durch die im Juni platzierte Anleihe.
Mit Blick auf die kommenden Wochen dürfte sich der Fokus der Anleger weniger auf die Listing-Frage als auf die weitere Hochlaufkurve in Sangdong richten. Die Bereinigung der Börsenstruktur schafft dafür zumindest administrative Klarheit: Ein einziges Haupt-Listing an der Nasdaq ersetzt künftig die bisherige Streuung über drei Handelsplätze.
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