Ein Delisting, ein Ausverkauf, eine Kehrtwende: Almonty Industries hat in den vergangenen Tagen eine turbulente Phase durchlaufen. Jetzt stufen Analysten die Aktie deutlich höher ein. Der Auslöser liegt nicht nur in den eigenen Zahlen, sondern auch in einer neuen US-Politik gegenüber chinesischem Wolfram.
DA Davidson erhöht Kursziel auf 33 Dollar
Die Investmentbank DA Davidson hat ihr Kursziel für Almonty kräftig angehoben. Analyst Matt Summerville setzt die Marke nun bei 33 Dollar an, zuvor lagen es bei 25 Dollar. Grundlage war eine virtuelle Roadshow mit Almonty-Chef Lewis Black.
Summerville nennt zwei zentrale Gründe für die Anhebung. Zum einen läuft die Sangdong-Mine in Südkorea inzwischen in der aktiven Produktion. Zum anderen erreichen die Wolframpreise Rekordniveaus. Der Analyst erwartet, dass die Nachfrage aus Verteidigung und Hochtechnologie die Umsätze bis 2028 stärker steigen lässt als bisher angenommen. Auch Oppenheimer bleibt bei einer positiven Einschätzung, mit einem Kursziel von 25 Dollar.
Die „Wolfram-Lücke“ schließt sich
Ein wichtiger Treiber für die aktuelle Kursdynamik kommt aus Washington. Am 20. Juli 2026 unterzeichnete die US-Regierung eine Anordnung zur Absicherung von Verteidigungslieferketten. Almonty-Chef Lewis Black griff das Thema kurz darauf in einem Newsletter mit dem Titel „Hard Work“ auf.
Die Anordnung streicht Ausnahmeregelungen, die Verteidigungsunternehmen bisher erlaubten, Material aus nicht konformen Quellen wie China zu beziehen, wenn westliche Alternativen knapp waren. Diese Ausnahmen laufen bis Anfang 2027 vollständig aus. Für Almonty öffnet sich dadurch ein Fenster: Die Sangdong-Mine soll zu einer der größten Produktionsstätten für Wolfram außerhalb Chinas werden.
Erholung nach technischem Ausverkauf
Der jüngste Kursverlauf zeigt vor allem eines: Der Markt hat einen technischen Verkaufsdruck verdaut. Almonty hatte sich am 31. Juli 2026 freiwillig von der Toronto Stock Exchange abgemeldet. Die Folge: Der Titel flog aus mehreren kanadischen Small-Cap-Indizes.
Passive ETFs und indexnahe Fonds mussten daraufhin zwangsweise verkaufen. Dieser Druck fand am 3. August seinen Tiefpunkt. Seitdem zeigt die Aktie eine spürbare Erholung. Institutionelle und wertorientierte Investoren nutzen offenbar die niedrigeren Kurse, zumal die operativen Kennzahlen intakt bleiben — im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 221 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ausblick: Zahlen am 17. August
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den nächsten Geschäftsbericht. Almonty veröffentlicht seine Quartalszahlen am Montag, den 17. August 2026, vor Handelsbeginn.
Im Fokus steht dabei der Produktionshochlauf in Sangdong. Ebenso wichtig: die kürzlich erweiterte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders. Der Vertrag läuft nun über 21 Jahre und soll Almonty Gesamteinnahmen von rund 490 Millionen Dollar bringen. Er deckt etwa 90 Prozent der Phase-I-Produktion von Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine ab.
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