Milliardenschwere Kapitalrunde, überzeichnet und abgeschlossen — und der Kurs fällt trotzdem. Bei Almonty Industries klafft gerade eine auffällige Lücke zwischen Finanzierungserfolg und Marktreaktion.
700 Millionen Dollar, überzeichnet
Am 9. Juni schloss Almonty sein Angebot an Wandelanleihen mit einem Volumen von 700 Millionen US-Dollar ab. Die Papiere tragen einen Kupon von 2,25 Prozent und laufen bis Juli 2031. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei rund 20,68 US-Dollar je Aktie.
Das Angebot war überzeichnet. Zusätzlich zog Almonty die Mehrzuteilungsoption vollständig, was das potenzielle Gesamtvolumen auf 800 Millionen US-Dollar hebt. Institutionelle Investoren haben also klar Interesse signalisiert.
Die Erlöse fließen in mehrere Richtungen: Capped-Call-Strukturen sollen die Verwässerung begrenzen, rund 50 Millionen US-Dollar bestehender Verbindlichkeiten werden refinanziert. Der Rest stützt das Betriebskapital, mögliche Akquisitionen und den weiteren Ausbau der Wolframanlagen.
Kurs im Korrekturmodus
Der Markt reagiert dennoch verhalten. Die Aktie schloss am Dienstag bei 21,86 CAD — rund 34 Prozent unter dem April-Hoch von 33,35 CAD. Auf Sieben-Tage-Sicht verlor das Papier mehr als 21 Prozent.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Eine Wandelanleihe in dieser Größenordnung bedeutet potenziellen Verwässerungsdruck. Die Capped-Call-Struktur federt das ab, aber Trader schauen derzeit auf den technischen Schaden — nicht auf die Finanzierungslogik. Der RSI liegt bei knapp 38, der Kurs notiert rund 18 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Auf Jahressicht bleibt das Bild allerdings stark: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 82 Prozent im Plus, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar über 350 Prozent.
Starke Fundamentaldaten, struktureller Rückenwind
Die operative Basis ist solide. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen CAD. Treiber war der gestiegene Spotpreis für Wolfram-APT sowie die starke Leistung der Panasqueira-Mine. Die Kassenposition lag Ende März bei 259,9 Millionen CAD.
Hinzu kommt ein struktureller Katalysator: Ab dem 29. Juni wird Almonty in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen. Passive Fonds, die diese Indizes abbilden, müssen dann zwangsläufig kaufen.
Der langfristige Investmentcase hängt an einer regulatorischen Weichenstellung. Ab dem 1. Januar 2027 verbietet die US-Verteidigungsbeschaffungsregel DFARS Wolfram chinesischer Herkunft aus allen amerikanischen Rüstungslieferketten. Almonty positioniert sich als westlicher Alternativlieferant — und die Indexaufnahme Ende Juni dürfte frisches institutionelles Kapital in genau diesen Titel lenken.
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