Almonty Industries hat sich frisches Kapital in beträchtlicher Höhe gesichert. Die Wandelanleihe des Bergbaukonzerns war deutlich überzeichnet. Der Grund: Der Wolfram-Produzent baut gerade seine Schlüsselmine Sangdong in Südkorea zu einer der wichtigsten Bezugsquellen außerhalb Chinas aus.
Kapitalspritze für Sangdong
Almonty hat eine Wandelanleihe mit Fälligkeit 2031 platziert, verzinst mit 2,25 Prozent. Die Emission brachte brutto 800 Millionen US-Dollar ein. Investoren nutzten sogar die volle Mehrzuteilungsoption der Konsortialbanken.
Das Geld fließt in zwei Richtungen. Zum einen optimiert Almonty die laufende Phase-1-Produktion in Sangdong. Zum anderen bereitet der Konzern die mögliche zweite Ausbaustufe vor. Die Anlage in Südkorea hat am 1. Juli 2026 offiziell den Betrieb aufgenommen. Damit verarbeitet Sangdong nun erstmals gelagertes Erz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.
Bessere Konditionen mit Plansee-Tochter
Parallel zur Kapitalmaßnahme hat Almonty seinen Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) nachverhandelt. GTP gehört zur Plansee Group. Die im Juli 2026 finalisierte Vertragsänderung verlängert die Laufzeit um sechs Jahre.
Das Volumen der vereinbarten Liefermengen steigt um 40 Prozent. Zusätzlich verbessert sich der Preis, den Almonty für alle Vertragsmengen erhält, um rund 6,3 Prozent. Der Deal verschafft dem Unternehmen langfristige Umsatzsicherheit. Die Nachfrage nach Wolfram wächst vor allem in der Verteidigungsindustrie und in der Elektronikfertigung, wo das Metall für Panzerungen, Munition und Bauteile unverzichtbar ist.
Aufnahme in Russell-Indizes
Almontys Sichtbarkeit am Kapitalmarkt hat sich zuletzt spürbar erhöht. Seit dem 29. Juni 2026 gehört die Aktie zum Russell 1000 und zum breiter gefassten Russell 3000 Index. Diese Index-Aufnahme dürfte die institutionelle Nachfrage in Nordamerika ankurbeln.
Im August 2026 hat Almonty zudem eine neue Shelf-Registrierung für mögliche künftige Aktienausgaben eingereicht. Die Registrierung umfasst auch einen Mitarbeiterbeteiligungsplan. Das Management will damit seine Interessen stärker an das Unternehmenswachstum koppeln — während gleichzeitig eine Wolframoxid-Anlage in Südkorea sowie Projekterweiterungen in Montana und Portugal geprüft werden.
Ausbauziele bei Sangdong
Almonty hat am 11. August 2026 seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Im strategischen Mittelpunkt steht aber weiterhin der Hochlauf von Sangdong. Phase 1 soll eine jährliche Erzverarbeitungskapazität von 640.000 Tonnen erreichen.
Die geplante Phase 2 könnte diese Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen fast verdoppeln. Vom neuen Hauptsitz in Dillon, Montana, aus baut Almonty seine Beziehungen zu westlichen Industrie- und Verteidigungslieferketten weiter aus. Die geopolitischen Spannungen um kritische Rohstoffe verleihen diesem Kurs zusätzlichen Rückenwind.
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