Almonty Aktie: 630 Millionen zusätzlicher Erlös über Laufzeit

Almonty verlängert und erweitert Wolfram-Abnahmevertrag mit GTP für die Sangdong-Mine deutlich. Der Deal sichert langfristig hohe Umsätze.

Auf einen Blick:
  • Vertragslaufzeit auf 21 Jahre verlängert
  • Abnahmevolumen um 40 Prozent gesteigert
  • Jahresumsatz steigt auf 490 Millionen Dollar
  • Geopolitische Lage treibt Wolframpreise an

Almonty Industries hat seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) für die südkoreanische Sangdong-Mine deutlich ausgeweitet. Die Laufzeit steigt von 15 auf 21 Jahre, das Volumen wächst um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU, der Preis pro MTU legt um 6,3 Prozent zu. Der erwartete Jahresumsatz aus dem Vertrag klettert dadurch auf rund 490 Millionen US-Dollar bei aktuellen APT-Preisen – ein Plus von mindestens 30 Millionen US-Dollar pro Jahr gegenüber der bisherigen Vereinbarung. Über die gesamte Laufzeit summiert sich der zusätzliche Erlös auf rund 630 Millionen US-Dollar.

Sangdong als Fundament, Phase II als Option

Der erweiterte Vertrag betrifft ausschließlich Phase I der Sangdong-Mine und deckt rund 90 Prozent von deren Produktion ab. Nach vollständigem Hochlauf sieht die Vereinbarung eine Mindestabnahme von 210.000 MTU pro Jahr vor. Eine mögliche Phase II, die die Kapazität der Mine verdoppeln würde, ist in diesem Amendment ausdrücklich nicht enthalten und bleibt damit zusätzliches Potenzial. GTP, ein Unternehmen der Plansee Group aus Pennsylvania, zählt zu den wichtigen Zulieferern der US-Verteidigungsindustrie. Almonty-CEO Lewis Black betonte die seit 2018 bestehende Partnerschaft mit GTP und hob die aus seiner Sicht beispiellose Umsatzsichtbarkeit hervor, die der neue Vertrag dem Unternehmen verschafft.

Wolframpreise auf Rekordniveau treiben den Deal

Hintergrund der Neuverhandlung sind die massiv gestiegenen Wolframpreise. Der APT-Preis kletterte von rund 331 US-Dollar je MTU Anfang 2025 auf etwa 1.900 US-Dollar je MTU im Februar 2026. Auslöser sind Exportbeschränkungen Chinas, das den globalen Wolframmarkt traditionell dominiert. Zusätzlichen Druck erzeugt ein ab 2027 greifendes Beschaffungsverbot des US-Verteidigungsministeriums für Wolfram chinesischen Ursprungs. Für westliche Abnehmer wie GTP gewinnt eine gesicherte, langfristige Bezugsquelle außerhalb Chinas damit strategisch an Bedeutung – ein Umstand, der die Konditionen des neuen Sangdong-Vertrags erklärt. Einem Analystenrating zufolge wird die Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 33 kanadischen Dollar eingestuft.

Kursverlauf: Deutlicher Rücksetzer nach starkem Lauf

An der Börse spiegelt sich die fundamentale Stärke der Neuigkeit nur bedingt im kurzfristigen Kursbild wider. Die Almonty-Aktie schloss zuletzt bei 22,31 kanadischen Dollar. Auf Wochensicht steht ein Plus von 5,63 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 10,94 Prozent. Der Blick auf die längere Frist zeigt indes die Dynamik des laufenden Jahres: Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 85,45 Prozent verteuert, auf Sicht von zwölf Monaten sogar um 235,49 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April 2026, notiert die Aktie derzeit rund 33 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 4,36 kanadischen Dollar aus Ende Juli 2025 beträgt der Abstand dagegen mehr als das Vierfache. Der 50-Tage-Durchschnitt von 25,12 kanadischen Dollar liegt gut 11 Prozent über dem aktuellen Kurs, während der 200-Tage-Durchschnitt von 18,82 kanadischen Dollar rund 18,5 Prozent unterhalb der aktuellen Notierung verläuft – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der jüngsten Konsolidierung intakt bleibt. Der RSI notiert mit 45,3 im neutralen Bereich, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 98,23 Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 3,75 Milliarden Euro.

Der ausgeweitete Vertrag mit GTP liefert Almonty damit eine seltene Kombination: eine über zwei Jahrzehnte reichende Umsatzbasis in einem Rohstoffmarkt, dessen Angebot durch geopolitische Beschränkungen strukturell verknappt ist. Ob sich diese fundamentale Visibilität in den kommenden Handelswochen auch im Kurs niederschlägt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie der Markt die jüngste Volatilität und den Rücksetzer vom Jahreshoch einordnet.

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