Almonty Industries stoppt heute zum Handelsschluss den Handel seiner Chess Depositary Interests an der australischen Börse. Der Schritt markiert den finalen Schritt des bereits angekündigten Rückzugs von der ASX und fällt in eine Phase, in der die Aktie eine der bemerkenswertesten Rallyes im Rohstoffsektor hinlegt.
Rückzug von der ASX nimmt Form an
Die Suspendierung der CDIs betrifft ausschließlich das australische Zweitlisting. Der Hauptnotierung an der Nasdaq, wo das Papier am Donnerstag mit 18,89 US-Dollar rund 3,6 Prozent zulegte, bleibt davon unberührt.
Almonty reiht sich damit in eine breitere Bewegung ein: In Australien haben in diesem Monat bereits vier Unternehmen aus dem ASX-Top-200-Index die Börse verlassen, wie der Chef der National Stock Exchange of Australia, Max Cunningham, mit Blick auf einen globalen Trend zu weniger öffentlichen Notierungen einordnete.
Für Almonty-Anleger in Deutschland und Australien bedeutet der Rückzug vor allem eines: Wer weiterhin am Unternehmen beteiligt sein will, muss künftig über die Nasdaq-Notierung handeln.
Der Zeitpunkt des Delistings ist kein Zufall. Almonty hat in den vergangenen Wochen mehrere strukturelle Weichen gestellt, die das Unternehmen stärker auf den US-Kapitalmarkt ausrichten. Erst Mitte August genehmigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar, seither hat die Aktie rund 3 Prozent zugelegt.
Sangdong als Fundament der Bewertung
Hintergrund der Neuausrichtung ist der laufende Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea, wo die Verarbeitungsanlagen seit Anfang Juli Wolframkonzentrat produzieren.
Der Produktionsstart selbst liegt damit bereits knapp zwei Monate zurück, seit dem vergangenen Mittwoch hat die Aktie im Zuge weiterer Fortschrittsmeldungen rund 3,2 Prozent gewonnen. Wie genau sich der anstehende ASX-Rückzug auf den weiteren Hochlauf der Anlage auswirkt, bleibt nach Einschätzung von Marktbeobachtern noch offen.
Das Rückkaufprogramm und der Rückzug aus Australien signalisieren, dass das Management die Wolfram-Story zunehmend als globales Minengeschäft mit Milliardenpotenzial positioniert, wie es unter Marktbeobachtern zuletzt hieß. Die Kapitalmarktstruktur soll dieser Ambition offenbar angepasst werden – weg von der Doppelnotierung, hin zu einer fokussierten Präsenz an der Nasdaq.
Kursbild bleibt außergewöhnlich
Die Marktreaktion auf die Nachrichtenkette der vergangenen Wochen ist bemerkenswert: Die Almonty-Aktie notiert aktuell bei 16,16 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 103 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 325 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, erreicht im April, fehlen derzeit noch etwa 22 Prozent. Der Kurs liegt damit weiterhin deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 13,25 Euro, was die anhaltende Aufwärtsdynamik unterstreicht.
Für Anleger bleibt die Kombination aus operativem Fortschritt in Sangdong, dem großzügigen Rückkaufprogramm und der schrittweisen Konzentration auf die Nasdaq-Notierung der zentrale Treiber der Bewertung. Der ASX-Rückzug selbst dürfte an der fundamentalen Wolfram-Story wenig ändern, markiert aber das Ende einer Ära der Doppelnotierung für das Unternehmen.
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