Almonty Aktie: 221 Prozent Umsatzsprung im Q1 2026

Almonty Industries Aktie erholt sich nach Rekordfinanzierung und Hauptversammlung. Starke Quartalszahlen und strategische Wolfram-Pläne stützen den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Aktie erholt sich mit Wochenplus
  • Rekordfinanzierung von 773 Mio. USD
  • Hauptversammlung bestätigt Board
  • Sangdong-Mine liefert operative Stärke

Nach einem turbulenten Monat stabilisiert sich Almonty Industries. Die Aktie schloss am Freitag bei 24,80 CAD — ein Tagesplus von 4,20 Prozent und ein Wochengewinn von 9,25 Prozent. Hinter der Erholung steckt mehr als nur technische Gegenbewegung: Ein historisches Finanzierungsvolumen, eine wegweisende Hauptversammlung und starke Quartalszahlen haben die Investoren in dieser Woche beschäftigt.

Hauptversammlung sendet klares Signal

Am 9. Juni stimmten die Aktionäre in Dillon, Montana über die Zusammensetzung des Boards ab. Das Ergebnis war eindeutig. Zwei pensionierte US-Generäle — Gustave F. Perna und Alan Estevez — wurden mit über 99 Prozent der Stimmen wiedergewählt. CEO Lewis Black und die übrigen vier Direktoren erhielten ähnlich starke Mandate. Der Wirtschaftsprüfer Zeifmans LLP wurde ebenfalls mit über 99 Prozent bestätigt.

Das Votum unterstreicht die strategische Ausrichtung: Almonty will zum dominanten westlichen Wolframlieferanten werden. Die Generäle im Board sind dabei kein Zufall — sie verkörpern die enge Verzahnung mit dem US-Verteidigungssektor.

773 Millionen Dollar — und der Kurseinbruch danach

Parallel zur Hauptversammlung schloss Almonty seine bisher größte Finanzierungsrunde ab. Am 4. Juni platzierte das Unternehmen wandelbare Anleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar zu 2,25 Prozent Zinsen mit Fälligkeit 2031. Die Erstkäufer nutzten ihre Option und kauften weitere 100 Millionen US-Dollar. Nettoemissionserlös: rund 772,7 Millionen US-Dollar.

Die Emission war überzeichnet — institutionelle Investoren griffen beherzt zu. Privatanleger reagierten anders. Die Aktie verlor im Monatsverlauf rund ein Drittel ihres Werts. Der Grund: Verwässerungsangst. Almonty plant zwar sogenannte Capped-Call-Transaktionen, um die Verwässerung zu begrenzen. Den Rest der Erlöse nutzt das Unternehmen zur Schuldenrefinanzierung und für allgemeine Unternehmenszwecke. Ob das die Bedenken vollständig zerstreut, zeigt sich in den kommenden Wochen.

Sangdong läuft an — Zahlen überzeugen

Die Quartalszahlen liefern das operative Fundament für die Erholung. Im ersten Quartal 2026 erzielte Almonty einen Umsatz von 25,4 Millionen US-Dollar — ein Anstieg von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen US-Dollar, der operative Cashflow drehte auf plus 9,7 Millionen US-Dollar.

Treiber ist die Sangdong-Mine in Südkorea. Im März 2026 schloss Almonty Phase 1 ab. Die Anlage verarbeitet rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und produziert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Im Juni erwartet das Unternehmen erste Betriebsdaten, im Juli soll der Volllastbetrieb beginnen. Phase 2 — geplant für nächstes Jahr — verdoppelt die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen und die Produktion auf rund 4.600 Tonnen.

Pentagon-Frist als Rückenwind

Das geopolitische Umfeld begünstigt Almonty strukturell. China kontrolliert über 80 Prozent der globalen Wolframproduktion. Seit Februar 2025 verlangt Peking Exportlizenzen für strategische Mineralien — Wolframpreise haben sich seither mehr als verfünffacht. Ab Januar 2027 verbietet das US-Verteidigungsministerium chinesisches Wolfram aus allen amerikanischen Rüstungslieferketten. Sangdong könnte bei Vollbetrieb rund 40 Prozent der weltweiten Wolframproduktion außerhalb Chinas abdecken.

Oppenheimer hob das Kursziel am 3. Juni auf 25 US-Dollar an — von zuvor 22 US-Dollar — und bestätigte das Outperform-Rating. Die Begründung: begrenztes Angebot trifft auf starke Nachfrage aus Halbleiter- und Rüstungsindustrie. B. Riley teilt die positive Einschätzung und verweist auf das langfristige Potenzial von Sangdong.

Technisches Bild und nächster Katalysator

Trotz der Wochenerholung notiert die Aktie noch 7,86 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,92 CAD — dieser Bereich wirkt als unmittelbarer Widerstand. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 106 Prozent. Am 29. Juni wird Almonty in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen. ETFs und passive Fonds, die diese Indizes abbilden, müssen die Aktie dann automatisch kaufen — ein konkreter technischer Impuls, der den Erholungskurs beschleunigen könnte.

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