Almonty Aktie: 21-Prozent-Crash nach 700-Millionen-Emission

Eine 700-Millionen-Dollar-Wandelanleihe drückt die Almonty-Aktie um 21 Prozent. Der Erlös fließt in Schuldentilgung und den Ausbau der Wolframmine Sangdong.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch nach Wandelanleihe-Emission
  • Erlös für Schuldenabbau und Expansion
  • Fokus auf Wolframmine Sangdong
  • Aufnahme in Russell-Indizes geplant

700 Millionen US-Dollar frisches Kapital — und die Aktie bricht um mehr als 20 Prozent ein. Almonty Industries hat am Freitag einen klassischen Verwässerungsschock erlebt. Hinter dem Kursrutsch steckt eine der größten Kapitalmaßnahmen in der Geschichte des Wolframförderers.

Wandelanleihe überzeichnet, Kurs abgestraft

Almonty hat Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar platziert. Die Papiere laufen bis 2031 und tragen einen Kupon von 2,25 Prozent. Die Emission war überzeichnet — institutionelle Investoren griffen also bereitwillig zu. Dennoch schloss die Aktie am Freitag bei 22,70 CAD, ein Tagesverlust von 21 Prozent.

Der Wandlungspreis liegt bei rund 27,40 US-Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 32,5 Prozent auf den damaligen Kurs. Um die Verwässerung abzufedern, investiert Almonty 83 Millionen US-Dollar in sogenannte Capped-Call-Transaktionen. Settlement ist für den 9. Juni 2026 geplant. Zeichnungsbanken haben zudem die Option, das Volumen um weitere 100 Millionen US-Dollar aufzustocken.

Wohin fließt das Geld?

Der Nettoerlös beläuft sich auf rund 675,9 Millionen US-Dollar — mit Greenshoe-Option potenziell 772,7 Millionen. Die Verwendung ist klar aufgeteilt:

  • Schuldenabbau: rund 50 Millionen US-Dollar für bestehende Verbindlichkeiten
  • Betriebskapital: rund 543 Millionen US-Dollar für allgemeine Unternehmenszwecke
  • Expansion: Akquisitionen und Ausbau der Sangdong-Mine in Südkorea

Sangdong ist der strategische Kern. Phase 1 läuft bereits mit einer Kapazität von 640.000 Tonnen pro Jahr und produziert rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2 soll die Kapazität verdoppeln. Das Ziel: Almonty als wichtigste Wolframquelle der westlichen Welt zu etablieren — abseits Chinas, das derzeit über 80 Prozent der globalen Produktion kontrolliert.

Wolfram als Rüstungsrohstoff

Das Timing der Emission ist kein Zufall. Wolfram gilt als kritischer Rohstoff für westliche Verteidigungsindustrien — unter anderem für die Produktion von Patriot- und Tomahawk-Raketen. CEO Lewis Black hat betont, dass der Aufbau einer unabhängigen westlichen Wolframversorgung ein Jahrzehnt oder länger dauern könnte.

Das operative Geschäft läuft derweil gut. Im ersten Quartal 2026 verdreifachte sich der Umsatz auf 25,4 Millionen US-Dollar, das EBITDA erreichte 6,1 Millionen US-Dollar. Ab dem 29. Juni 2026 wird Almonty in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen — was zusätzliche Indexkäufe institutioneller Anleger auslösen dürfte.

Technisches Bild nach dem Einbruch

Trotz des Rückschlags bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Auf Jahressicht liegt die Aktie noch rund 89 Prozent im Plus, über zwölf Monate sogar fast 376 Prozent. Der RSI fiel auf 39,3 — die Aktie nähert sich damit überverkauftem Terrain. Der Kurs liegt zwar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 26,64 CAD, aber deutlich über dem 200-Tage-Schnitt von 16,67 CAD.

Entscheidend wird sein, ob die Aufnahme in den Russell-Index Ende Juni neuen Kaufdruck erzeugt — und ob Phase 2 in Sangdong den Kapitaleinsatz langfristig rechtfertigt.

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