Almonty Aktie: 21-Jahre-Vertrag mit Global Tungsten

Almonty kündigt Rückkauf von bis zu 14,4 Mio. Aktien an. Analysten bleiben gespalten, während der Wolfram-Produzent von Rekordpreisen profitiert.

Auf einen Blick:
  • Rückkaufprogramm über 300 Mio. Dollar
  • Umsatzsprung um 498 Prozent
  • Langfristvertrag mit Global Tungsten verlängert
  • Börsennotierung künftig nur an Nasdaq

Almonty Industries hat am Montag den Startschuss für sein neues Rückkaufprogramm gegeben. Der Wolfram-Produzent kann in den kommenden 36 Monaten bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien zurückkaufen – umgerechnet rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile per 14. August. Das Volumen des Programms liegt bei bis zu 300 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.

Rückkauf trifft auf durchwachsene Analystenlage

Der Vorstand hatte das Programm bereits genehmigt, bevor es nun operativ anläuft. Für Anleger ist das Signal klar: Das Unternehmen sieht nach dem massiven Umsatzsprung im zweiten Quartal genug finanziellen Spielraum, um Kapital an Aktionäre zurückzuführen. Gleichzeitig zeigt sich bei den Analystenhäusern ein gemischtes Bild.

GBC AG bekräftigte am Donnerstag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 30,00 US-Dollar auf Sicht bis Ende 2027. Die Analysten verweisen darauf, dass die Sangdong-Mine den Übergang vom Bauprojekt zum operativen Produzenten vollzogen habe – seit Juli 2026 werde dort eingelagertes Erz verarbeitet. Diese operative Wende gilt als zentraler Baustein für die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens.

Diamond Equity äußerte sich zurückhaltender. Das Haus senkte am 14. August seine kurzfristigen Gewinnschätzungen für Almonty, verwies aber ausdrücklich auf einen weiterhin positiven langfristigen Ausblick. Die Korrektur betrifft demnach vor allem die nähere Zukunft, nicht die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Starkes Zahlenwerk als Fundament

Die Grundlage für den Optimismus vieler Analysten liefert das zweite Quartal 2026. Almonty meldete Anfang August einen Umsatz von 43,0 Millionen kanadischen Dollar – ein Plus von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 7,2 Millionen kanadischen Dollar.

Getrieben wurde dieser Sprung von den historisch hohen Wolframpreisen: Der europäische APT-Durchschnittspreis kletterte auf 3.075 US-Dollar je MTU, verglichen mit 453 US-Dollar je MTU im Vorjahresquartal.

Der Nettogewinn erreichte 181,8 Millionen kanadischen Dollar, wobei ein Großteil davon – 173,1 Millionen kanadische Dollar – aus nicht-zahlungswirksamen Gewinnen aus der Neubewertung von Derivaten stammte.

Zusätzlich stärkte Almonty seine Position durch die vollständige Rückzahlung des KfW-Darlehens vor über einem Monat, finanziert aus den Erlösen der im Juni platzierten Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar. Seither hat die Aktie rund 21,3 Prozent an Wert verloren, was die Diskrepanz zwischen fundamentaler Nachrichtenlage und Kursverlauf verdeutlicht.

Langfristverträge und Börsenstruktur im Umbau

Parallel zu den finanziellen Weichenstellungen baute Almonty seine Abnahmebeziehung zu Global Tungsten & Powders LLC aus. Die Laufzeit des Vertrags wurde auf 21 Jahre verlängert, die kontrahierten Volumina der Phase I um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert. Ein Vertrag dieser Dimension unterstreicht die Position von Almonty als langfristiger Lieferant für die Wolframindustrie.

Zudem verschiebt das Unternehmen seine Börsenpräsenz. Die Aktien wurden zum 31. Juli von der Toronto Stock Exchange dekotiert, die Genehmigung für den Rückzug von der Australian Securities Exchange liegt vor – wirksam zum 1. September. Der Handel der CHESS Depositary Interests an der ASX endet zum selben Datum. Almonty konzentriert die Liquidität damit künftig auf die Nasdaq.

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