Almonty Aktie: 2.800 Prozent in drei Jahren

Almonty-Aktie zeigt starken Wochenanstieg, Analysten sehen weiteres Potenzial. Börsenrückzug von TSX und ASX geplant, Rückkaufprogramm startet.

Auf einen Blick:
  • Wochenplus von 17,5 Prozent
  • Analysten bestätigen starke Kaufempfehlung
  • Delisting von TSX und ASX
  • Aktienrückkaufprogramm startet Ende August

Plus 8 Prozent am Montag, minus 1,35 Prozent am Dienstag. Die Aktie von Almonty Industries schwankt derzeit heftig — und trotzdem bleibt der Trend klar nach oben gerichtet. Anleger müssen sich fragen, ob der Wolfram-Produzent seine gute Nachrichtenlage bereits eingepreist hat.

Ein Auf und Ab mit klarer Richtung

Der Kursrutsch am Dienstag folgte auf den kräftigen Sprung vom Vortag. Auf Sicht von drei Monaten steht zwar ein Minus von 6,46 Prozent zu Buche. Der kurzfristige Trend zeigt aber deutlich nach oben: Binnen einer Woche wurde die Aktie um 17,52 Prozent teurer, auf Monatssicht liegt das Plus bei 15,16 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 78,75 Prozent erhöht. Noch beeindruckender: Über drei Jahre hat sich der Aktienkurs fast verdreißigfacht — ein Plus von rund 2.800 Prozent. Diese Größenordnung wirft eine Frage auf: Wie viel Optimismus steckt schon im aktuellen Kurs?

Charttechnisch blicken Trader auf eine Marke zwischen 16,50 und 17 US-Dollar. Diese Zone gilt als Widerstand. Steigt das Handelsvolumen weiter, könnte der Weg zum Allzeithoch frei werden. Rutscht der Kurs dagegen unter diese Zone, dürfte die Dynamik kippen.

Analysten bleiben bullish

Trotz der bereits hohen Bewertung hat sich die Stimmung an der Wall Street nicht eingetrübt. Acht Analysten stufen die Aktie aktuell mit „Strong Buy“ ein. Ihr durchschnittliches Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei etwa 25,30 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau.

Der Optimismus speist sich aus einer Reihe positiver Nachrichten. Almonty hatte ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, das nach deutlich verbesserten Fundamentaldaten kommt. CEO Lewis Black verstärkte die positive Erzählung mit einem Aktionärsbrief am 16. August. Darin verweist er auf eine strukturelle Verknappung bei Wolfram — getrieben durch strategische Lagerbestände und Engpässe in der Halbleiterindustrie. Seine These: Nicht die Nachfrage, sondern die Verfügbarkeit werde den Markt künftig bestimmen.

Bemerkenswert: Die Rally vom Montag lässt sich nicht mit dem breiten Markt erklären. Der Nasdaq Composite legte lediglich um 0,3 Prozent zu, der S&P 500 verharrte nahezu unverändert, der Dow Jones gab leicht nach. Der Kurssprung bei Almonty war also klar unternehmensspezifisch getrieben.

Strukturwandel im Hintergrund

Parallel zur Kursrally baut Almonty seine Börsennotierungen um. Der Rückzug von der Toronto Stock Exchange (TSX) erfolgte bereits zum Handelsschluss am 31. Juli 2026. Das Delisting von der Australian Securities Exchange (ASX) soll am 1. September 2026 folgen, die dortigen CDIs werden bereits zum 28. August suspendiert.

Nach Abschluss dieser Schritte bleibt die Aktie an zwei Börsen handelbar: an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und an der Frankfurter Börse unter „ALI1“. Das Management begründet den Schritt mit der Liquidität. Der Großteil des täglichen Handelsvolumens findet inzwischen an der Nasdaq statt, während die Aktivität an TSX und ASX spürbar zurückgegangen ist.

Operativ steckt Almonty mitten im Übergang. Die Erlöse im zweiten Quartal stammten noch überwiegend aus der Panasqueira-Mine. Die neue Sangdong-Mine befand sich zum Quartalsende weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Das bedeutet: Die Zahlen aus dem zweiten Quartal spiegeln den zusätzlichen Ertragsbeitrag des neuen Flaggschiff-Projekts noch gar nicht wider.

Die kommenden Wochen könnten richtungsweisend werden. Am 24. August startet das neu genehmigte Rückkaufprogramm, kurz vor dem ASX-Delisting Anfang September. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich die Aktie oberhalb der 15-Dollar-Marke stabilisiert oder den Sprung Richtung Widerstand bei 17 Dollar wagt.

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