Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Der Wolfram-Produzent verlässt damit binnen weniger Monate die zweite Handelsplattform. Der Kurs reagiert deutlich: Die Aktie hat in den vergangenen sieben Handelstagen 15,58 Prozent verloren.
Am Freitag schloss das Papier bei 15,88 kanadischen Dollar, ein Minus von 2,70 Prozent auf Tagesbasis. Über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 28,63 Prozent. Der Blick über ein Jahr zeigt allerdings ein anderes Bild: Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch mit 31,57 Prozent im Plus.
Rückzug von zwei Börsenplätzen
Die australische Börsenaufsicht hat Almontys freiwilligen Rückzug offiziell genehmigt. Der Handel mit den CDI-Anteilen endet am 28. August 2026, das Delisting selbst wird zum 1. September 2026 wirksam. Aktionäre in Australien haben bis zum Stichtag zwei Optionen: Sie verkaufen ihre Anteile an der ASX oder wandeln sie im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien um.
Wer danach noch Bestände hält, kann diese über eine freiwillige Verkaufsfazilität abwickeln. Sie startet am 8. September und läuft bis zum 6. November 2026.
Der Schritt folgt auf den Rückzug von der Torontoer Börse, der zum 31. Juli 2026 vollzogen wurde. Almonty begründet beide Schritte ähnlich: Das Handelsvolumen an ASX und TSX sei im Vergleich zur Nasdaq zu gering gewesen. Verwaltungsaufwand und Compliance-Kosten hätten sich für das Unternehmen nicht mehr gelohnt. Künftig konzentriert sich der Handel auf die Nasdaq, ergänzt um ein Zweitlisting in Frankfurt.
Charttechnik zeigt deutliche Abkühlung
Die jüngste Talfahrt hat die Aktie unter wichtige Trendlinien gedrückt. Der Kurs liegt 31,01 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 23,02 kanadischen Dollar. Der 14-Tage-RSI von 33,5 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.
Zur Einordnung hilft der Jahresvergleich: Erst am 17. April markierte die Aktie mit 33,35 kanadischen Dollar ihr 52-Wochen-Hoch. Nur rund ein Jahr zuvor, am 31. Juli 2025, notierte das Papier noch bei 4,96 kanadischen Dollar. Die aktuelle Korrektur relativiert sich vor diesem Hintergrund – auch wenn eine annualisierte Volatilität von knapp 89 Prozent zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.
Sangdong-Mine liefert operatives Gegengewicht
Während die Börsenstruktur für Schlagzeilen sorgt, läuft das operative Geschäft in eine andere Richtung. Bereits Anfang Juli hatte Almonty eine erweiterte Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders bekanntgegeben. Die Partnerschaft besteht seit 2018, nun verlängert Almonty die Laufzeit um sechs Jahre – von 15 auf 21 Jahre ab Erstlieferung.
Zusätzlich steigt das kontrahierte Volumen um 40 Prozent, die Preise verbessern sich um rund 6,3 Prozent. In der Summe soll das jährliche Vertragseinkommen um mindestens 30 Millionen US-Dollar wachsen. Über die gesamte Laufzeit von 21 Jahren rechnet Almonty mit Gesamterlösen von 490 Millionen US-Dollar aus diesem einen Abkommen.
Der Deal deckt etwa 90 Prozent der Phase-1-Produktion an Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine in Südkorea ab. Passend dazu meldete Almonty zum 1. Juli den Start des Durchsatzbetriebs in der Verarbeitungsanlage. Die Mine hat damit die Bau- und Inbetriebnahmephase hinter sich gelassen und befindet sich nun im aktiven Produktionsbetrieb.
Für die kommenden Wochen dürfte der Handel zunehmend auf die Nasdaq wandern, sobald der ASX-Rückzug Ende August abgeschlossen ist. Die nächste konkrete Wegmarke liefert der weitere Hochlauf der Sangdong-Mine auf volle Phase-1-Kapazität.
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