Almonty Aktie: 139.700 Tonnen in Verarbeitung

Almonty Industries beginnt mit der Erzverarbeitung in der Sangdong-Mine. Der Schritt markiert den Wandel vom Entwickler zum Produzenten und treibt die Aktie an.

Auf einen Blick:
  • Verarbeitungsanlage in Sangdong läuft an
  • Erzbestand von 139.700 Tonnen verfügbar
  • Aktie steigt um 4,09 Prozent
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlung

Fast 140.000 Tonnen Erz warten in Südkorea auf ihre Verarbeitung. Jetzt hat Almonty Industries begonnen, genau das zu tun. Der Aktienkurs reagiert prompt.

Am Freitag steigen die Anteile des Wolfram-Produzenten um 4,09 Prozent auf 23,16 CAD, nach einem Schlusskurs von 22,25 CAD am Donnerstag. Der Sprung kommt nur zwei Tage, nachdem die Sangdong-Mine in Südkorea offiziell mit der Verarbeitung ihres gelagerten Erzes zu verkaufsfähigem Konzentrat begonnen hat. Für Almonty markiert das den Übergang vom reinen Minenentwickler zum tatsächlichen Umsatzbringer.

Der Verarbeitungsstart als Wendepunkt

Almonty meldet den Beginn des Durchsatzbetriebs in der Verarbeitungsanlage der Sangdong-Mine in der Provinz Gangwon. Das Unternehmen bewertet diesen Schritt als Meilenstein — die Mine wechselt damit von der Entwicklungsphase in den aktiven, umsatzgenerierenden Betrieb.

Zum Ende des ersten Quartals 2026 lagerten bei Almonty rund 120.000 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Wolframtrioxid-Gehalt von 0,24 Prozent. Dieser Bestand wuchs seither auf etwa 139.700 Tonnen an, die als erste Verarbeitungscharge dienen. Der illustrative Bruttowert dieses Materials im Verarbeitungsprozess liegt bei rund 68 Millionen US-Dollar.

Firmenchef Lewis Black kommentiert den Start deutlich: Die Anlage laufe nun, der Durchsatz sei endlich angelaufen — und das in einem für Wolfram äußerst günstigen Preisumfeld.

Kurs bleibt weit unter dem April-Hoch

Der Freitagsgewinn ändert wenig am größeren Bild. Die Aktie notiert weiterhin 30,55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,35 CAD, erreicht am 17. April 2026. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 26,10 CAD fehlen 11,25 Prozent, die 30-Tage-Performance steht bei minus 16,66 Prozent.

Die operativen Nachrichten werden also besser, der Kurs bewegt sich trotzdem seitwärts nach unten. Ein Widerspruch, der sich auch im RSI von 43,4 zeigt — neutrales Terrain nach dem jüngsten Rückzug. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 90,68 Prozent verrät zugleich, wie nervös der Markt auf jede Nachricht aus Südkorea reagiert.

Zur Einordnung lohnt der Blick auf die längere Frist. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 92,52 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 246,19 Prozent. Der aktuelle Rücksetzer wirkt vor diesem Hintergrund eher wie eine Verschnaufpause nach einer außergewöhnlichen Rally.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Die jüngste Analystenbewertung für Almonty lautet „Buy“ mit einem Kursziel von 25,00 CAD. Diese optimistische Einschätzung stützt sich auf die strategische Positionierung, die das Unternehmen selbst hervorhebt: den Anspruch, sich zum führenden westlichen Wolfram-Produzenten zu entwickeln — inklusive einer geplanten nachgelagerten Anlage für Wolframoxid.

Die Sangdong-Mine war historisch einer der größten Wolfram-Produzenten weltweit, bevor der Betrieb Anfang der 1990er-Jahre wegen eines langanhaltenden Preisverfalls eingestellt wurde. Seit der Übernahme des Projekts 2015 hat Almonty mehr als 100 Millionen US-Dollar investiert, um den Standort als moderne Untertage-Mine mit neu gebauter Verarbeitungsanlage wiederzubeleben.

Bei voller Kapazität soll Sangdong nach Unternehmensangaben rund 40 Prozent der globalen Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken. Almonty treibt parallel das Bohrprogramm am Sangdong-Molybdän-Projekt voran und hat davon bereits 37 Prozent des geplanten Umfangs von 26 Bohrlöchern über 12.000 Meter abgeschlossen. Ein weiterer Baustein für die integrierte Rohstoffbasis in Südkorea.

Ausblick

Die kurzfristige Kursentwicklung dürfte nun davon abhängen, wie schnell die Anlage in Sangdong den Erzbestand in verschifftes Konzentrat umwandelt und wie sich das in den Umsatzzahlen niederschlägt. Almonty nutzt in der Anfangsphase bewusst geringerwertiges Material und rechnet mit steigenden Gehalten, sobald der Prozess weiter fortschreitet — ein Faktor mit direktem Einfluss auf die Produktionswirtschaftlichkeit der kommenden Quartale. Der Freitagsgewinn zeigt, dass ein Teil der Anleger den Rückgang seit April als Kaufgelegenheit im Zuge des Wechsels vom Entwicklungs- zum Produktionsunternehmen betrachtet.

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