Almonty Aktie: 1,2 Milliarden Dollar in bar

Almonty startet Aktienrückkauf über 300 Mio. USD und meldet 1,2 Mrd. USD Barmittel. CEO Black sieht den Kurs als unterbewertet an.

Auf einen Blick:
  • Rückkaufprogramm über 300 Mio. USD
  • Barmittel steigen auf 1,2 Mrd. USD
  • CEO Black: Aktie unterbewertet
  • Delisting von TSX und ASX

Ein Wolfram-Produzent kauft die eigenen Aktien zurück, während gleichzeitig eine Milliarden-Anleihe frisches Kapital in die Kassen spült. Almonty Industries verbindet zwei Signale zu einer Botschaft: Das Management hält die eigenen Papiere für unterbewertet, und es hat jetzt das Geld, um das zu beweisen.

Der Vorstand hat am 17. August 2026 ein neues Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar genehmigt. Bis zu 14,4 Millionen Aktien darf Almonty zurückkaufen, das entspricht etwa fünf Prozent aller ausstehenden Anteile. Das Programm läuft über 36 Monate, vom 24. August 2026 bis zum 24. August 2029.

Die Aktie reagierte prompt: Am Tag der Ankündigung stieg der Kurs um 6,3 Prozent. Analysten sahen im Rückkaufprogramm den klaren Auslöser für die Bewegung — ein direktes Signal, dass das Management den eigenen Aktien mehr zutraut als der Markt.

Black sieht Bewertungslücke

CEO Lewis Black begründete den Schritt unverblümt. „Der Vorstand hat dieses Programm genehmigt, weil wir nicht glauben, dass der aktuelle Aktienkurs den wahren Wert dieses Unternehmens oder seiner Vermögenswerte widerspiegelt“, sagte Black.

Er verknüpfte die Entscheidung direkt mit der geopolitischen Lage. Almonty kontrolliere eine der größten und hochgradigsten Wolfram-Lagerstätten außerhalb Chinas — genau in dem Moment, in dem westliche Regierungen und Rüstungshersteller ihre Lieferketten für kritische Rohstoffe auf nicht-chinesische Quellen umstellen. Mit der Sangdong-Mine in Südkorea auf dem Weg zur vollen Kapazität betrachte das Unternehmen die eigenen Aktien derzeit als eine der attraktivsten verfügbaren Investitionen.

1,2 Milliarden Dollar Kriegskasse

Der Rückkauf steht auf einem deutlich gestärkten Fundament. Am 9. Juni 2026 schloss Almonty eine überzeichnete Anleihe ab: Wandelschuldverschreibungen mit 2,25 Prozent Zins, fällig 2031, brachten brutto 800 Millionen US-Dollar ein.

Die Kassenlage veränderte sich dadurch radikal. Zum 30. Juni 2026 hielt Almonty 1,2 Milliarden US-Dollar in bar — Ende Dezember 2025 waren es noch 268,4 Millionen. Diese Reserve gibt dem Unternehmen Spielraum, um Wachstum zu finanzieren und gleichzeitig Kapital an Aktionäre zurückzugeben.

Ganz ohne Risiko ist die Geschichte trotzdem nicht. Almonty muss beweisen, dass der Hochlauf von Sangdong und die langfristige Wolfram-Lieferbeziehung mit Plansee aus schnellem Umsatzwachstum auch nachhaltige Gewinne machen. Das Unternehmen blickt auf eine Historie deutlicher Verluste und Kapitalverwässerung zurück.

Weniger Börsenplätze, mehr Fokus

Der Rückkauf fällt zusammen mit einer Straffung der Börsenpräsenz. Almonty zog sich zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 freiwillig von der TSX zurück. Die Delistung von der australischen ASX soll am 1. September 2026 folgen, die dortigen CHESS Depositary Interests werden bereits zum 28. August 2026 vom Handel ausgesetzt.

Nach den Delistings bleibt Almonty an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und an der Frankfurter Börse unter „ALI1“ notiert. Die Begründung: Der Großteil des täglichen Handelsvolumens läuft ohnehin über die Nasdaq, während die Aktivität an TSX und ASX spürbar zurückgegangen ist.

Ab dem 24. August beginnt das eigentliche Rückkaufprogramm. Investoren dürften genau beobachten, wie aggressiv Almonty in den kommenden Wochen Kapital gegen die eigene Aktie einsetzt — vor allem sobald die kommerzielle Produktion aus Sangdong in die Quartalszahlen einfließt. Mit sinkender Aktienzahl, prall gefüllter Kasse und schlankerer Börsenstruktur bündelt sich die Aufmerksamkeit künftig auf die Nasdaq- und Frankfurt-Notierungen des Wolfram-Produzenten.

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