Auf der ILA Berlin 2026 setzt Airbus ein klares Zeichen. Der Luftfahrtkonzern rückt die Drohnenabwehr massiv in den Fokus. Parallel dazu sorgen fallende Ölpreise für Rückenwind im zivilen Geschäft. Die Börse honoriert diesen strategischen Doppelschlag. Die Papiere kletterten am Freitag um 3,26 Prozent auf 44,40 Euro. Damit durchbricht der Kurs seinen 50-Tage-Durchschnitt.
Neue Allianzen in der Abwehr
Airbus Defence and Space verbündet sich mit dem ukrainischen Hersteller SkyFall. Verteidigungsminister Boris Pistorius begleitete die Vertragsunterzeichnung. Im Zentrum stehen die kampferprobten „P1-SUN“-Abfangdrohnen. Diese sollen in die Führungssysteme von Airbus integriert werden. Laut SkyFall haben die Geräte bereits über 10.000 Drohnen in Konfliktgebieten neutralisiert.
Hinzu kommt eine Vereinbarung mit dem schwedischen Startup Alta Ares. Hier fließt künstliche Intelligenz in die Luftverteidigung ein. Airbus bindet die Systeme „Black Bird Interceptor“ und „X-Lock“ in seine eigene Plattform ein. Das Ziel: eine kostengünstige Alternative zu klassischen Raketensystemen für die europäische „Sky Shield“-Initiative.
Neustart beim Kampfjet
Rüstungschef Michael Schöllhorn blickt optimistisch auf das Militärgeschäft. Er erwartet eine deutlich höhere Nachfrage aus dem Nahen Osten. Viele Staaten der Region füllen derzeit ihre Bestände auf.
Nach dem Aus für das Kampfjet-Projekt FCAS formiert Airbus nun das „Team Gen 6“. Gemeinsam mit Partnern wie MTU, Hensoldt und MBDA plant der Konzern ein neues europäisches Kampfflugzeug. Es soll um das Jahr 2040 einsatzbereit sein. Außerdem präsentierte das Unternehmen den U145. Dieser autonome Hubschrauber fungiert als fliegende Basis für Drohnen. Erste Testflüge starten im Herbst.
Ölpreis stützt das Kerngeschäft
Den aktuellen Kursanstieg treibt nicht nur die Rüstungssparte. Der gesamte Luftfahrtsektor profitiert von einer Entspannung an den Energiemärkten. Berichte über diplomatische Fortschritte zwischen den USA und Iran drückten den Preis für Brent-Rohöl auf rund 86 US-Dollar. Sinkende Treibstoffkosten entlasten die Fluggesellschaften. Das verbessert traditionell die Aussichten für neue zivile Flugzeugbestellungen.
Trotz des jüngsten Kurssprungs liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch gut neun Prozent im Minus. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 55,00 Euro fehlt ein deutliches Stück. Die neuen Rüstungsaufträge und der Fokus auf autonome Technik liefern nun frische Impulse. Jetzt muss Airbus die ambitionierten Zeitpläne einhalten. Das gilt besonders für Großprojekte wie die Eurodrohne.
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