Agnico Eagle: Rutsch in Barnat kostet 60.000–80.000 Unzen

Ein Erdrutsch legt den Tagebau Barnat lahm. Agnico Eagle erwartet Produktionsausfälle von bis zu 80.000 Unzen Gold im zweiten Halbjahr 2026.

Auf einen Blick:
  • Vorfall am 1. Juli ohne Verletzte
  • Produktionsausfall von bis zu 80.000 Unzen
  • Jahresprognose am unteren Ende erwartet
  • Langfristige Ziele bleiben unverändert

Ein Felsrutsch im Tagebau Barnat zwingt Agnico Eagle Mines zu einer vorübergehenden Betriebspause. Das Ereignis vom 1. Juli 2026 im kanadischen Quebec verlief glimpflich: keine Verletzten, keine Schäden an der Ausrüstung, keine Umweltbelastung. Dennoch könnte die Störung den Goldproduzenten im zweiten Halbjahr hart treffen.

Die Aktie des kanadischen Minenkonzerns reagierte verhalten. Am Freitag notierte sie bei 137,35 Euro, ein Plus von zwei Prozent. Der Erholungsversuch kaschiert jedoch das Bild der vergangenen Wochen. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als fünf Prozent verloren, das 52-Wochen-Hoch bei 223,80 Euro liegt in weiter Ferne.

Auswirkungen auf die Produktion

Um die Versorgung des Verarbeitungswerks in Canadian Malartic aufrechtzuerhalten, greift das Unternehmen auf bestehende Halden mit minderwertigem Erz zurück. Das zweite Quartal blieb laut Unternehmensangaben unbeeinträchtigt — rund 845.000 Unzen Gold wurden gefördert, leicht über Plan.

Die Rechnung für das zweite Halbjahr sieht anders aus. Agnico Eagle rechnet mit einem Produktionsausfall von 60.000 bis 80.000 Unzen Gold. Das drückt die Jahresprognose ans untere Ende der Zielspanne von 3,3 bis 3,5 Millionen Unzen.

Auch in den Folgejahren sind die Folgen spürbar. Für 2027 und 2028 erwartet das Management einen Rückgang von jeweils bis zu 150.000 Unzen. Die technischen Teams arbeiten an einer geotechnischen Bewertung, um die Stabilität des Tagebaus zu prüfen und die Wiederaufnahme zu planen.

Langfristziele unverändert

So kurzfristig der Schmerz, so stabil bleibt der Horizont. Der Vorfall beeinträchtigt weder die Entwicklung der Odyssey-Mine noch den Fahrplan für eine Million Unzen Jahresproduktion aus dem gesamten Canadian-Malartic-Komplex in den frühen 2030er Jahren.

Neue Details zum Betriebsplan und zur Kostenentwicklung wird es am 29. Juli geben. Dann legt Agnico Eagle nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal vor. Das Management wird erklären müssen, wie es die Produktionslücke schließen will — und ob die mittelfristigen Ziele noch erreichbar sind.

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