Die Anteile der AES Corporation verzeichneten zuletzt Kursgewinne, nachdem das Personal der Public Utilities Commission of Ohio (PUCO) eine positive Empfehlung für ein Konsortialgeschäft ausgesprochen hat. Die Behördenvertreter befürworten das Vorhaben des GIP-EQT-Konsortiums, was am Markt als wichtiges Signal für die strategische Entwicklung des Energieunternehmens gewertet wurde. Während diese Entscheidung den Aktienkurs stützte, sieht sich das Unternehmen in seinen Kernmärkten Ohio und Indiana gleichzeitig mit intensiven Diskussionen über Tariferhöhungen und Rückzahlungsforderungen konfrontiert.
Rückerstattung in Millionenhöhe für Kunden in Ohio
Parallel zur Empfehlung des Konsortialdeals traf die PUCO eine Entscheidung bezüglich ausstehender Zahlungen von AES Ohio. Die Kommission ordnete an, dass das Tochterunternehmen insgesamt 11 Millionen US-Dollar an seine Kunden zurückerstatten muss. Die Verteilung der Rückzahlung sieht vor, dass 62,70 Prozent auf private Haushalte entfallen. Gewerbliche Kunden erhalten 21,13 Prozent, während die Industrie mit 8,68 Prozent und lokale Regierungen mit 7,46 Prozent beteiligt werden. Ein minimaler Anteil von 0,02 Prozent entfällt auf Eisenbahngesellschaften.
Obwohl diese Summe für das Unternehmen eine Belastung darstellt, blieb sie deutlich hinter den Forderungen des Ohio Consumers‘ Counsel (OCC) zurück, der eine Rückerstattung in Höhe von 82,6 Millionen US-Dollar angestrebt hatte. Die finale Entscheidung der Behörde wurde im Juli 2026 abgeschlossen. AES ist nun angewiesen, bis zum 15. Juli die entsprechenden Tarife einzureichen, damit die Rückerstattung in den kommenden Abrechnungszyklen wirksam werden kann.
Widerstand gegen Tariferhöhungen in Indiana und Ohio
In Indiana verschärft sich unterdessen der Streit um eine bereits genehmigte Tariferhöhung in Höhe von 71 Millionen US-Dollar. Die staatliche Verbraucherschutzbehörde Indiana OUCC reichte einen Antrag auf erneute Anhörung ein. Die Behörde fordert eine Senkung des genehmigten Gewinnsatzes von 9,5 Prozent auf 9,1 Prozent. Zudem werden Kosten für das Verfahren in Höhe von 3 Millionen US-Dollar sowie ein angeblicher „Windfall-Profit“ von 15 Millionen US-Dollar kritisiert, der durch unbesetzte Stellen entstanden sein soll.
Diese Auseinandersetzung hat bereits personelle Konsequenzen in der Indiana Utility Regulatory Commission (IURC) nach sich gezogen. Gouverneur Braun strukturierte die Kommission nach Kritik an der Entscheidung um, wobei der bisherige Vorsitzende Zay herabstufte und Swinger beförderte. Zudem trat Kommissarin Veleta mit Wirkung zum 31. August zurück. Die Neubesetzung dieser Stelle ist derzeit im Gange, wobei erste Interviews für Mitte Juli angesetzt sind.
Expansion durch Rechenzentren und künftige Termine
Trotz der regulatorischen Reibungspunkte treibt AES die Infrastrukturprojekte voran. In Piqua bereitet das Unternehmen die Stromversorgung für ein großangelegtes Rechenzentrum der J5 LLC vor. Die Stadtkommissare genehmigten eine Vereinbarung zur Bereitstellung von 10 Megawatt Baustrom, während eine langfristige Franchise-Vereinbarung mit AES Ohio über eine Laufzeit von 40 Jahren für den Dauerbetrieb vorbereitet wurde.
Anleger richten ihren Blick nun auf den 16. Juli 2026. An diesem Tag findet im Dayton Municipal Building eine öffentliche Sitzung der PUCO statt, bei der Bürger ihre Meinung zu dem Antrag von AES Ohio auf weitere Gebührenerhöhungen äußern können. Das Unternehmen plant, über einen Zeitraum von drei Jahren zusätzliche Gebühren einzuführen, was vor Ort auf erheblichen Widerstand stößt. An der Börse bewegte sich die Aktie zuletzt in einer Spanne zwischen dem 52-Wochen-Tief von 10,36 US-Dollar und einem Hoch von 17,65 US-Dollar, wobei die Marktkapitalisierung bei rund 10,455 Milliarden US-Dollar liegt.
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