Die Aktie von 2G Energy beendete die Handelswoche am Freitag mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent bei einem Schlusskurs von 62,40 Euro. Dieser Kursanstieg vollzieht sich in einer Phase, in der das Unternehmen gegensätzliche Signale verarbeitet.
Während das operative Geschäft im ersten Halbjahr von schwachen Margen geprägt war, verzeichnet der Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gleichzeitig eine anhaltend hohe Nachfrage und baut seine langfristige Planung deutlich aus.
Anleger wägen derzeit ab, wie schnell sich die gut gefüllten Auftragsbücher in den Ertragskennzahlen niederschlagen werden. Das Unternehmen kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 1,10 Milliarden Euro.
Vorläufige Halbjahreszahlen belasten die kurzfristige Profitabilität
Im ersten Halbjahr 2026 erreichte die Gesamtleistung von 2G Energy 184,0 Millionen Euro nach 193,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zugleich sank die EBIT-Marge spürbar auf 0,6 Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr des Vorjahres noch bei 3,3 Prozent gelegen hatte.
Das Unternehmen verwies in diesem Zusammenhang auf zeitliche Verzögerungen bei Abschlüssen, die infolge einer Umstellung des ERP-Systems aufgetreten seien. Der vollständige Halbjahresbericht für das laufende Geschäftsjahr soll am 15. Oktober veröffentlicht werden.
Ungeachtet der verhaltenen ersten sechs Monate hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2026 fest. Erwartet wird ein Umsatz am oberen Ende der Spanne von 440 bis 490 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge zwischen 9,5 und 10,5 Prozent. Um diese Spanne zu erreichen, ist im zweiten Halbjahr eine erhebliche Beschleunigung der Ertragsentwicklung erforderlich.
Anhebung der Mittelfristziele und starker Bestelleingang
Dem kurzfristigen Margendruck stehen erhebliche Zuwächse auf der Auftragsebene gegenüber. Im dritten Quartal sicherte sich das Unternehmen erneut Auftragseingänge von mehr als 400 Millionen Euro.
Gestützt auf diese Entwicklung hob der Vorstand die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 600 bis 650 Millionen Euro an, nachdem zuvor 570 bis 620 Millionen Euro avisiert worden waren. Für das Jahr 2028 formulierte das Unternehmen erstmals eine Umsatzerwartung in Höhe von 750 bis 850 Millionen Euro.
Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet ein Großauftrag von Energy Vault Holding Inc. über containerisierte Stromerzeugungsanlagen mit einem Volumen von 275 Megawatt für US-amerikanische KI- und Rechenzentrumsprojekte. Die Auslieferungen für dieses Projekt sind vom vierten Quartal 2027 bis zum dritten Quartal 2028 vorgesehen und umfassen neben der Inbetriebnahme auch langfristige Serviceleistungen.
Gespaltene Analystenstimmen und Zukäufe aus der Führungsebene
Die Bewertung der weiteren Geschäftsentwicklung spaltet den Markt. First Berlin Equity Research bestätigte am 30. September eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 83,00 Euro. Demgegenüber erneuerte die Analysegesellschaft Parmantier & Cie. am 25. September ihre Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 39,00 Euro.
Parmantier & Cie. argumentierte, dass der Großauftrag von Energy Vault zwar die Visibilität für 2028 verbessere, jedoch im laufenden Geschäftsjahr 2026 weder zum Umsatz noch zum Cashflow beitrage.
Rückendeckung signalisierten derweil Mitglieder des Vorstands durch eigene Transaktionen. Pablo Hofelich erwarb Aktien für ein aggregiertes Volumen von 19.371,00 Euro zu einem Preis von je 58,70 Euro.
Zudem kaufte Vorstand Friedrich Pehle über ein Gemeinschaftsdepot Anteile im Gegenwert von 11.800,00 Euro zu je 59,00 Euro. Ob sich das Vertrauen der Unternehmensführung auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, wie 2G Energy die operative Umsetzung im Schlussquartal bewältigt.
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