Die Verkaufsstimmung bei Rüstungstiteln geht auch am Montag im Feiertagshandel erst einmal weiter, die Papiere von Rheinmetall machen da keine Ausnahme. Nachdem die Aktie bereits am Freitag im Xetra-Handel knapp fünf Prozent auf 1.788 Euro eingebüßt hatte, ging es nun bis 1.746,50 Euro nach unten, bevor sich die Rheinmetall-Aktie wieder etwas fing. Die neue Skepsis der Anleger will nicht so recht zur Zuversicht der Analysten passen.
Analystin sieht Rheinmetall „eindeutig positiv“
Sicherlich: Die Äußerungen von Nato-Generalsekretär Mark Rutte über das Engagement der USA in dem Verteidigungsbündnis und deren Absicht, Truppen in Europa zu halten, könnten „als leicht negativ für den europäischen Rüstungssektor angesehen werden, da sie einen Bedarf an weniger europäischen Brigaden implizierten“, schrieb Chloe Lemarie laut Medienberichten in einer am Donnerstag vorliegenden Branchenstudie. Sie glaube aber, dass der Bedarf an souveränen Verteidigungsfähigkeiten Europas dem entgegenwirke.
- Für Rheinmetall betrachte sie die Betonung einer signifikanten Erhöhung der Munitionsproduktion auf das Niveau Russlands „als eindeutig positiv“
- Dennoch verloren am Folgetag alle Rüstungstitel, Renk und Hesoldt mehr als sechs Prozent, Rheinmetall lediglich etwas weniger
Das kommt insofern überraschend, da JP Morgan und die UBS erst vor einer Woche ihre Prognosen für die Papiere bestätigten – mit einem Kursziel von jeweils mehr als 2000 Euro.
Hohes Kursziel für Rheinmetall bestätigt
2200 Euro von der Rheinmetall-Aktie erwartet etwa UBS-Analyst Sven Weier, der nicht mit einer Übergewinnsteuer rechnet, um hohe Gewinne der Branchenvertreter im Zuge des massiven Anstiegs der Rüstungsausgaben zu verhindern. dafür gebe es keine politischen Mehrheiten. Über derartige Überlegungen in Brüssel hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel vor einer Woche berichtet. Nur kurz waren die Rüstungsaktien in der Folge eingeknickt. Nach Ruttes Aussagen zur US-Truppen-Strategie in Europa scheint dies nun anders zu sein, die Anleger nehmen lieber mal Gewinne mit.
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