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Q.Beyond AG: CEO Jürgen Herrmann im Interview über den aktuellen Quartalsbericht

CEO Jürgen Herrmann im Interview. Was die neuesten Entwicklungen für Auswirkungen auf die kommenden Quartale haben könnten und mehr!

Die Börsen Radio Network AG hat in einem Interview mit dem CEO der Q.Beyond AG gesprochen. Dabei hat CEO Jürgen Herrmann einen tieferen Einblick in die Bedeutung der Zahlen des Quartalsberichtes gegeben.

Jürgen Herrmann: Mein Name ist Jürgen Herrmann. Ich bin CEO der Q.Beyond AG und freue mich auf das Interview.

Andreas Groß: Da kann man sich durchaus freuen. Der Umsatz des Digitalisierers für den Mittelstand steigt im zweiten Quartal um 8 %. Jetzt stehen 42 Millionen € in der Zwischenbilanz. Das EBITDA hat sich auch erhöht von 1,2 Millionen auf 1,4 Millionen. Herr Herrmann das klingt positiv, allerdings schränken Sie dann auch gleich ein, denn die Kunden schreiben Sie, sind insgesamt zurückhaltend. Warum?

Jürgen Herrmann: Wir sehen natürlich unverändert, dass die Rahmenbedingungen schwierig und herausfordernd sind. Nichtsdestotrotz Wir sind natürlich mit den 8 % gut gewachsen, robust gewachsen. Aber ich gebe auch offen zu, dass es ein Stück unter unseren Erwartungen bleibt. Insbesondere weil das SAP Geschäft, was besonders durch diese Rahmenbedingungen betroffen ist, nicht diese Ergebnisse geliefert hat, wie wir es geplant haben.

Andreas Groß: Diese Zurückhaltung der Kunden ist zu spüren. Sie sagten es gerade noch einmal im Segment SAP, sehr deutlich im Segment Cloud und IoT nicht. Also da ganz im Gegenteil, dort sind es knapp 20 % Umsatzanstieg. Warum denn diese unterschiedliche Entwicklung?

Jürgen Herrmann: Das hat was mit dem Kern des Geschäftes zu tun. Cloud ist natürlich ein Bereich, wo Unternehmen digitalisieren, indem sie ihre Kapazitäten an einen professionellen Dienstleister Q.Beyond auslagern, mit unseren Rechenzentren. Das hilft den Unternehmen in der Regel auch relativ schnell ihre Effizienz zu verbessern. Und das ist auch in diesen Zeiten immer dann Gebot der ersten Stunde. Im SAP Bereich, insbesondere wenn es um die Transformation auf die neue Business-Suite S/4HANA geht, ist das Projektgeschäft. Und natürlich ist es dann, wenn es durchaus herausfordernde Zeiten für den Mittelstand sind, dass man in dem Kontext solche Projekte eher verschiebt.

Andreas Groß: Was lernen Sie denn daraus? Gibt es da auch Stellschrauben die sich jetzt drehen?

Jürgen Herrmann: Natürlich! Erst mal die Botschaft: Das ist eine Verschiebung, weil am Ende des Tages werden alle Unternehmen sukzessive auf die neue Suite umstellen müssen auf S/4HANA, bis 2027 ist die Frist. Das heißt, da gehen wir davon aus, dass das in den nächsten Jahren entsprechend nur ein verzögerten Wachstum ist. Wie sich die Situation im Moment darstellt, haben wir natürlich reagiert. Wir stellen die Marktausrichtung von SAP ein Stück mehr in Vordergrund auf andere Projekte und wir haben die Ressourcen optimiert, indem wir insbesondere externe Berater jetzt runterfahren werden.

Andreas Groß: Nach was klingt das eigentlich? Also fügen Sie sich doch noch ein bisschen Fleisch dran. Was genau bedeutet das?

Jürgen Herrmann: Das bedeutet, dass wir in dem Bereich die Projekte im SAP Bereich stärker auf nicht S/4HANA Projekte umstellen, wenn diese jetzt verzögert sind. Das ist ein wesentlicher Aspekt. Wir werden auch die Projektgröße ein Stück reduzieren, also uns mehr auf kleinere Projekte konzentrieren. Und was die Ressourcen Planung angeht, das hatte ich eben kurz angedeutet, geht es darum, die externen Ressourcen weiter zu reduzieren.

Andreas Groß: Sie verzichten auch auf einen Kauf im Energiebereich. Warum jetzt das?

Jürgen Herrmann: Wir hatten das Anfang April bei der Kapitalmarkt Konferenz vorgestellt. Das wäre eine relativ größere Akquisition im Software as a Service Bereich in unserer Branche der Energie gewesen. Wir haben aufgrund der Marktentwicklung, also ganz vorneweg natürlich der Ukraine Krieg, der einen enormen Druck auf die Energiebranche ausgelöst hat, hier ein zu großes Risiko gesehen. Insofern haben wir aus eigener Entscheidung diese Akquisition abgesagt.

Andreas Groß: Aber dieser Kauf, dieser geplante Kauf war auch Bestandteil der Prognose gewesen. Die müssen Sie jetzt anpassen oder zumindest präzisieren.

Jürgen Herrmann: Ja, anpassen ist relativ. Wir hatten eine relativ große Bandbreite mit 180 bis 200 Millionen angegeben. Und auch das EBITDA, was natürlich immer bei uns mit dem Umsatz unmittelbar korreliert. Mit 8 bis 16 Millionen aufgrund der abgesagten Akquisition aber auch ein Stück aufgrund des durchaus unter den Erwartungen liegenden SAP Geschäfts im ersten Halbjahr, haben wir hier gesagt, dass wir am unteren Ende dieser Bandbreite am Jahresende abschließen wollen.

Andreas Groß: Jetzt haben wir zweites Quartal, also Halbjahr damit. In der zweiten Jahreshälfte soll da ein ordentlicher Schub dann kommen. Wo kommt der her? Werden die Kunden diese eingangs beschriebene Zurückhaltung dann fallen lassen? Weil Inflation und Rezession, die beiden Themen nisten sich ja ziemlich gemütlich ein bei uns.

Jürgen Herrmann: Das ist ein zentrales Thema. Und natürlich stehen unsere Planungen immer vor dem Hintergrund, dass die Lage sich nicht weiter verschlimmert bzw. verschlechtert. Das wissen wir alle nicht. Keiner weiß im Moment, was in in Taiwan passiert. Ich möchte aber jetzt nicht über die Großwetterlage philosophieren. Fakt ist, wir haben ein robustes Geschäftsmodell. Fakt ist auch, dass wir im Cloud-Bereich im ersten Halbjahr gut wachsen konnten. Das werden wir im zweiten Halbjahr fortsetzen.

Wir sehen auch einige vielversprechende Projekte im Software oder Servicebereich. Auch dort sehen wir Chancen. Und das dritte Element ist, die Maßnahmen, insbesondere in Bezug auf den Bereich SAP, die werden greifen, da sind wir überzeugt. Sodass wir da deutlich mit dem zweiten Halbjahr besser abschließen wollen, als im ersten Halbjahr. Übrigens etwas, was wir auch in 2021 so abgeliefert haben.

Andreas Groß: Sie hatten ja auch, um im Bild zu bleiben, abgeliefert. Eine Aussage fand ich ganz interessant. Langfristiger Natur, also so 2025 war es glaube ich, wollten sie den Umsatz verdoppelt haben. Diese langfristige-Prognose, ist die noch im Hinterkopf?

Jürgen Herrmann: Die ist im Hinterkopf. Und das ist ja ein Modell, wo wir mit 2019 beginnen und auch eine drei Jahresplanung in den Markt gegeben haben. Das haben wir dieses Jahr noch mal konkretisiert, ist natürlich ein langer Zeitraum, das räumen wir ein. Wir sind uns aber sicher, dass sich die Wirtschaft irgendwann mal wieder aus diesem Tal heraus erholen wird. Vielleicht schon im nächsten Jahr. Und insofern steht diese langfristige Aussage aus unserer Sicht unverändert.

Andreas Groß: Noch mal kurz gedanklich zu diesem Bereich Energie und Akquisition, die jetzt nicht stattfindet. Findet die dann irgendwann später statt oder haben sie es komplett auf Eis gelegt?

Jürgen Herrmann: Wir haben Akquisitionen nicht auf Eis gelegt, die werden stattfinden. Wir haben die entsprechende Liquidität und die entsprechende Solvenz, um dies zu tun. Wir werden aber dem Energiesektor, da sind wir überzeugt, da wird sich nicht so schnell die Erholung einstellen. Insofern legen wir hier den Fokus nicht mehr so sehr darauf. Und darüber hinaus legen wir den Fokus bei unseren Akquisitionen auf Projekte, die schneller profitabel und schneller rentabel sind. Wir haben also unsere Akquisitionsstrategie den geänderten Marktbedingungen angepasst.

Andreas Groß: Umsatz im zweiten Quartal kräftig gewachsen. 8 % Ergebnis ebenfalls gewachsen und nicht nur dank eines Maßnahmenpaket wird im zweiten Halbjahr nochmal ordentlich Gas gegeben werden. Dankeschön an den Vorstandsvorsitzenden, an Jürgen Hermann von Q.Beyond. Alles Gute.

Jürgen Herrmann: Ich danke Ihnen! Alles Gute!

Börsenradio

Das Interview wurde im original von der Börsenradio Network AG von Redakteur Andreas Groß geführt.

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