Eurozone: Privatsektor rutscht in die Schrumpfung!

Im Juni gingen die Einzelhandelsumsätze unerwartet zurück, da die hohe Inflation auf die Ausgaben drückte, wie die Zahlen von Eurostat heute zeigen.

Der private Sektor im Euroraum ist im Juli geschrumpft, da ein sich verschärfender Abschwung im verarbeitenden Gewerbe von einer weiteren Verlangsamung im Dienstleistungssektor begleitet wurde, wie endgültige Umfrageergebnisse von S&P Global am Mittwoch zeigten.

Der endgültige zusammengesetzte Produktionsindex sank im Juli auf 49,9 von 52,0 im Juni. Der Wert lag geringfügig über der Vorausschätzung von 49,4. Der Wert fiel zum ersten Mal seit Februar 2021 unter den neutralen Wert von 50,0, was auf eine Schrumpfung des privaten Sektors hindeutet.

Inputkosten und Outputpreise steigen rasant

Die Umfrage zeigte, dass die hohe Inflation die Nachfrage und die Geschäftseingänge im Juli dämpfte. Trotz einer leichten Abkühlung des Inflationsdrucks stiegen sowohl die Inputkosten als auch die Outputpreise schneller als vor den jüngsten Höchstständen.

Angesichts wachsender Sorgen um die künftige Gasversorgung, der Risiken einer Rezession in Europa und des anhaltend hohen Preisdrucks sank das Vertrauen der Unternehmen im Juli auf den schwächsten Stand seit der ersten Jahreshälfte 2020.

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Das verarbeitende Gewerbe belastete die Wirtschaft des Euroraums erheblich, da die Produktion mit der höchsten Rate seit Mai 2020 zurückging. Gleichzeitig stieg die Dienstleistungstätigkeit weiter an, aber das Wachstum verlangsamte sich auf den schwächsten Wert seit der Omicron-bedingten Störung zu Beginn des Jahres. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sank im Juli auf 51,2 von 53,0 im Juni. Der vorläufige Wert lag bei 50,6.

Die Konjunkturaussichten in der Eurozone haben sich zu Beginn des dritten Quartals eingetrübt. Die jüngsten Umfragedaten signalisieren eine Schrumpfung des BIP im Juli, so Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global Market Intelligence. In den vier großen Volkswirtschaften wurden durchweg Rückgänge bei den zusammengesetzten PMIs verzeichnet.

Deutschland und Italien meldeten beide einen Rückgang des Gesamtproduktionsniveaus, wobei die Indizes hier auf ein 25- bzw. 18-Monats-Tief fielen

Frankreich und Spanien setzten ihr Wachstum zu Beginn des dritten Quartals fort, wenngleich in beiden Fällen eine nachlassende Dynamik zu verzeichnen war. Der endgültige zusammengesetzte Produktionsindex von S&P Global/BME für Deutschland sank auf 48,1 von 51,3 im Vormonat. Die Vorabschätzung lag bei 48,0. Der endgültige PMI für den Dienstleistungssektor lag mit 49,7 unter dem Wert von 52,4 im Juni, aber über dem vorläufigen Wert von 49,2.

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Der italienische Privatsektor schmilzt

Der italienische Privatsektor ist zum ersten Mal seit Januar 2021 in den Bereich der Schrumpfung eingetreten, da sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch der Dienstleistungssektor im Juli einen Rückgang verzeichneten. Der zusammengesetzte Produktionsindex verzeichnete 47,7, nach 51,3 im Juni. Auch der PMI für den Dienstleistungssektor sank von 51,6 im Vormonat auf 48,4.

Frankreichs Privatsektor dehnt sich aus

Frankreichs Privatsektor expandierte im Juli weiter, aber das Wachstumstempo war das langsamste seit April 2021. Der zusammengesetzte PMI sank auf 51,7 von 52,5 im Vormonat, lag aber über der Eilmeldung von 50,6. Der endgültige Dienstleistungs-PMI lag bei 53,2 gegenüber 53,9 im Juni. Der vorläufige Wert lag bei 52,1.

Spaniens Privatsektor schwächelt

Das zusammengesetzte Wachstum des privaten Sektors in Spanien schwächte sich im Juli ab und erreichte den schwächsten Wert seit einem halben Jahr der Expansion. Der zusammengesetzte Index fiel auf 52,7 von 53,6 im Juni. Gleichzeitig verzeichnete der PMI für den Dienstleistungssektor einen Wert von 53,8, ein leichter Rückgang gegenüber 54,0.

Einzelhandelsumsätze sinken

Die von Eurostat veröffentlichten Daten zeigen, dass die Einzelhandelsumsätze im Euroraum auf Monatsbasis um 1,2 Prozent gesunken sind und damit die Erwartungen eines Anstiegs von 0,1 Prozent und den Anstieg von 0,4 Prozent im Mai enttäuscht haben.

Der Umsatz mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren sank um 0,4 Prozent und der Umsatz mit Nicht-Nahrungsmitteln ging um 2,6 Prozent zurück. Zugleich sank der Umsatz mit Kraftstoffen im Fachhandel um 1,1 Prozent.

Im Jahresvergleich verzeichneten die Einzelhandelsumsätze einen Rückgang von 3,7 Prozent, nachdem sie im Mai noch um 0,4 Prozent gestiegen waren. Ökonomen hatten einen jährlichen Rückgang von 1,7 Prozent prognostiziert.

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