Private Krankenversicherung: Steht Versicherten im neuen Jahr ein böses Erwachsen bevor?

Der Zugang zur privaten Krankenversicherung ist an Bedingungen geknüpft, was in nicht allzu ferner Zukunft manche so manch einem zum Verhängnis werden könnte.

Die Inflation erreicht immer neue Höhen, der Krieg in der Ukraine sorgt für immer mehr Verunsicherung und nun könnte ein Lockdown in der chinesischen Industriemetropole die ohnehin noch immer gestörten Lieferketten noch weiter ins Wanken bringen. Keine Frage, billiger wird es für die Menschen in den nächsten Monaten in keinem Fall und das könnte sich auch bei den Beiträgen für die Private Krankenversicherung bemerkbar machen.

Dabei könnte manchem Arbeitnehmer ein böses Erwachen bevorstehen. Denn fallen jene unter die Beitragsbemessungsgrenze, entsteht bei Personen unter 55 Jahren in der Regel automatisch eine Pflicht zur Versicherung in einer gesetzlichen Kasse. Nun steht zu befürchten, dass hiervon einige Menschen im kommenden Jahr betroffen sein könnten. Zwar ist die Beitragsbemessungsgrenze für 2023 noch nicht festgelegt. Angesicht der aktuellen Entwicklungen wäre ein sehr deutlicher Schritt in die Höhe aber wohl kaum eine Überraschung, während steigende Löhne derzeit in vielen Bereichen eher eine Ausnahmeerscheinung sind.

Kein Grund zur Panik?

In Zeiten, in denen Kurzarbeit schon fast zur Gewohnheit geworden ist und auch Krankheitsausfälle immer häufiger vorkommen, kann da so mancher privat Krankenversicherte schon mal in Panik geraten. Allerdings gibt es für solche Fälle Entwarnung. Sollte das jährliche Einkommen aufgrund vorübergehender Effekte unter der Beitragsbemessungsgrenze liegen, so besteht weiterhin Wahlfreiheit für die Betroffenen. In solchen Fällen ist der Verbleib in der privaten Kasse also problemlos möglich.

Das ist oftmals mit vielen Vorteilen verbunden, wozu neben nicht selten günstigeren Beiträgen vor allem sehr viel umfangreichere Leistungen zählen. Allerdings werden auch die privaten Krankenversicherungen unabhängig von Beitragsbemessungsgrenzen in Zukunft kaum günstiger werden. Die steigenden Kosten in so ziemlich allen Bereichen werden sich auch hier sehr wahrscheinlich in Form von weiteren Beitragsanpassungen im kommenden Jahr bemerkbar machen.

Wege aus der Not

In Kombination mit exorbitant hohen Spritpreisen und schwindelerregenden Preiserhöhungen für Energie kann manch einem da schon mal die Luft zum Atmen wegbleiben. Wer nach Wegen such, um die eigenen finanzielle Belastung zu senken, könnte hier bei der Privaten Krankenversicherung einen guten Anlaufpunkt finden. Denn mit einem PKV Wechsel lassen sich die Beiträge oft deutlich nach unten korrigieren. Das gilt vor allem dann, wenn auf einzelne Leistungsbausteine verzichtet wird. In einigen Fällen sind damit Einsparungen von mehr als 1.000 Euro jährlich möglich.

Damit unterscheiden sich die Privaten Krankenversicherungen auch grundsätzlich von den gesetzlichen Kassen, wo die Beiträge recht starr vorgegeben sind und sich am Einkommen des Versicherers orientieren. Lediglich beim Zusatzbeitrag gibt es minimale Unterschiede, die aber kaum weiter ins Gewicht fallen. Diese Freiheit bei der Tarifwahl ist ein gewichtiger Grund mehr, den Verbleib in der PKV anzustreben.

So klappt der Verbleib in der Privaten Krankenversicherung

Die gute Nachricht zuerst: mit einem plötzlichen Wegfall der PKV gleich zu Beginn des neuen Jahres muss selbst im schlimmsten Fall niemand rechnen. Frühestens zum Jahreswechsel 2024 könnte sich dies andeuten, sollte die Beitragsbemessungsgrenze im nächsten Jahr deutlich erhöht werden. Dann aber sind die Möglichkeiten recht eingeschränkt, die Wahlfreiheit bei der eigenen Krankenversicherung beizubehalten. Wer mit dem Arbeitgeber keine entsprechende Gehaltserhöhung aushandeln kann, dem bleibt im Prinzip nur noch das Aufstocken des Gehalts per Nebenjob, um sich weiterhin den Anspruch auf eine PKV zu sichern.

Unberührt von all dem bleiben Selbständige, Freiberufler und Beamte, die in aller Regel unabhängig von ihrem Einkommen Zugang zu den privaten Krankenversicherungen haben. Die ersteren beiden Gruppen zahlen dafür allerdings den Arbeitgeberanteil selbst, sodass das Ganze oftmals kein günstiges Vergnügen ist. Letztlich ist also niemand um irgendetwas zu beneiden und es gibt überall Vor- und Nachteile. Grundsätzlich sollten Arbeitnehmer sich aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen aber ernsthaft damit auseinandersetzen, wie es in Zukunft um den eigenen Versicherungsschutz bestellt sein wird. Wer hier frühzeitig für Klarheit sorgt, vermeidet später ein böses Erwachen uns sicher sich im Zweifel auch noch die Gelegenheit, dem Ganzen soweit wie möglich entgegenzuwirken.

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