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Ölpreis: Keine so guten Aussichten!

Der Ölpreis hat in den letzten beiden Wochen deutlich korrigiert. Am Montag sorgte ein Bericht im WSJ für kurzzeitige Turbulenzen.

Auf einen Blick:
  • Ölpreis seit zwei Wochen unter Druck
  • Bericht im WSJ sorgt für neue Tiefs seit Januar
  • OECD-Bericht lässt auf schwächere Ölnachfrage schließen

An den Ölmärkten geht es in diesem Jahr sehr volatil zu. Im ersten Quartal waren die beiden für den Weltmarkt maßgeblichen Rohölsorten Brent und Western Texas Intermediate (WTI) noch kräftig angestiegen. Einige Experten prognostizierten sogar einen Durchmarsch auf neue Rekordstände.

Im März kam es dann aber zu einer ersten scharfen Korrektur, die bei WTI und Brent zu einem Rücklauf zur 50-Tage-Linie (EMA50) führte. Auf diesem Niveau konnten sich die Ölpreise wieder stabilisieren, was im Juni in einem weiteren Hoch gipfelte. Die Höchststände von Anfang März wurden aber nicht ganz erreicht.

Fed verfolgt einen restriktiven Kurs

Im Kampf gegen die Inflation sind die Zentralbanken dazu übergegangen die Zinsen anzuheben. Einen besonders restriktiven Kurs schlägt dabei die Federal Reserve Bank an, die den Leitzins zuletzt vier Mal in Folge überdurchschnittlich stark um 75 Basispunkte angehoben hat. Inzwischen liegt der Schlüsselsatz in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent.

Der restriktive Kurs hat am Markt große Sorgen vor einem wirtschaftlichen Abschwung und Rezessionsängste ausgelöst, was die Ölpreise schwer belastet. Für zusätzlichen Gegenwind sorgen die wiederkehrenden Covid-Ausbrüche in China, die die chinesische Wirtschaft angesichts der strengen Lockdown-Regelungen ausbremsen.

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Ölpreise vollziehen starke Korrekturbewegung

Von Mitte Juni bis Ende September vollzogen die Ölpreise eine kräftige Korrektur. Das führte im August sowohl bei Brent als auch bei WTI zum Abschluss einer Doppeltopformation, was den Verkaufsdruck weiter erhöhte. Am 26. September sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent auf ein neues Verlaufstief bei 83,71 Dollar. Für WTI ging es mit 76,28 Dollar sogar noch etwas weiter nach unten.

Es folgte eine kräftige Gegenbewegung, die in der ersten Oktoberhälfte aber auf Höhe der 200-Tage-Linie (EMA200) gestoppt wurde. Hier endete auch ein weiterer Anstiegsversuch Anfang November. Brent und WTI sind nach der starken Korrektur bis September nur bis zum 38,2 %-Fibonacci-Retracement dieses Abschwungs vorgestoßen. Auf diesem Niveau enden gewöhnliche Gegenbewegungen. Damit bleibt das schwarze Gold weiterhin fest in Bärenhand, zumal inzwischen auch die 50-Tage-Linie (EMA50) wieder unterschritten wurde.

Die Konjunktur trübt sich weiter ein

Während es in China steigende Corona-Infektionen gibt, haben sich in den USA die konjunkturellen Aussichten weiter eingetrübt. Im Oktober ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren das achte Mal in Folge gefallen. Der Rückgang fiel mit 0,8 Prozent zum Vormonat stärker aus als erwartet. Experten hatten mit einem Rücksetzer um 0,4 Prozent gerechnet.

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Nach Ansicht der Coference Board-Direktorin Ataman Ozyildirim legt die Entwicklung der letzten Monate nahe, dass sich die USA womöglich bereits in einer Rezession befinden. Während die Verbraucherstimmung aufgrund der hohen Inflation und der steigenden Zinsen schlecht sei, trübten sich auch die Aussichten im Bausektor und in der Industrie immer weiter ein.

OECD-Bericht lässt tief blicken

Von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD kommen ebenfalls keine besonders guten Signale. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die hierdurch verstärkte Energiekrise erweisen sich als massive Belastung für das Wachstum der Weltwirtschaft.

Nach aktuellen Berechnungen werde das Plus bei der globalen Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr nur noch bei 2,2 Prozent liegen und damit deutlich geringer ausfallen als vor dem Krieg prognostiziert. Im darauffolgenden Jahr soll das globale BIP zwar wieder um 2,7 Prozent wachsen, allerdings könnten Energie-Engpässe auch zu einer schwächeren Entwicklung führen. In diesem Jahr kalkuliert die OECD mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent.

Die trüben Wirtschaftsaussichten lassen auf eine schwächere Ölnachfrage schließen. Vor allem Deutschland und Großbritannien müssen laut OECD-Studie den Gürtel enger schnallen. Für Deutschland erwartet die Organisation nach einem Plus von 1,4 Prozent in diesem Jahr für 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Für 2024 wird ein Wachstum von 1,5 Prozent in Aussicht gestellt.

In Großbritannien sieht es sogar noch düsterer aus. Für 2023 prognostiziert die OECD einen Rückgang des BIP um 0,4 Prozent und im darauffolgenden Jahr nur ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Demgegenüber könnten die USA und China um eine Rezession herumkommen. Für China prognostiziert die OECD im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent, die USA könnten laut der Prognose immerhin mit einem Plus von 0,5 Prozent rechnen.

Bericht im WSJ löst kleineren Öl-Crash aus

Zu Wochenbeginn sackten die Ölnotierungen auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar. Grund war ein Bericht im Wall Street Journal, wonach Saudi-Arabien mit anderen OPEC-Staaten über eine Förderanhebung diskutiere. Die Marktreaktion war ein massiver Sell off. Als Saudi-Arabien den Bericht einige Stunden später dementierte, zogen die Ölnotierungen wieder deutlich an. Das führte im Tageschart zur Ausbildung von Hammerkerzen mit einem langen unteren Schatten.

So verhinderten die Ölpreise auch ein nachhaltiges Absinken unter ihre Tiefs von Ende September. Brent verfügt bei 86,68/86,71 Dollar über eine bedeutende Unterstützung, WTI ist bei 76,88/76,95 Dollar nach unten hin geschützt. Bei einem Break nach unten könnten sich die Korrekturen weiter ausdehnen. Ein mögliches Rücklaufziel wäre dann auch die 200-Wochen-Linie (EMA200), die sich bei Brent derzeit bei 76,84 Dollar und bei WTI bei 72,51 Dollar befindet.

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