Nvidia-Aktie: Da kann einiges schief gehen!

Nvidia legt gemischte Zahlen vor und die Aktie bewegt sich auf und ab – mit einer positiven Endnote. Die Risiken für des Konzern blieben jedoch erheblich.

Ein derzeit vertrautes Bild im Tech-Sektor: Nvidia legt Quartalszahlen vor und die Aktie fährt Achterbahn. Wohl in freudiger Erwartung auf die Finanzergebnisse legte der Chip-Titel am Mittwoch zunächst um +5% zu. Dann kamen die Ergebnisse nachbörslich – und mit ihnen der Kater: Das Papier sackte nach Handelsschluss um -7% ein. Nach Börsenstart am Donnerstag schlug das Kurspendel schließlich ein weiteres Mal um: Die Aktie kletterte im regulären Handel um +5,1% auf 178,50 US$.

Ungebrochen starkes Wachstum

Wie die Markttumulte vermuten lassen, lieferte Nvidia zum Auftaktquartal gemischte Zahlen, bei denen letztlich jedoch die positiven Aspekte überwogen. So zeigte der Chip-Gigant einen ungebrochen starken Wachstumstrend: Die Umsätze erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +46% auf 8,29 Milliarden US$ – ein neuer Quartalsrekord. Damit übertraf das Unternehmen deutlich die Analystenschätzungen (8,1 Milliarden US$).

Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, kommentierte: „Wir haben vor dem Hintergrund eines herausfordernden Makroumfelds Rekordergebnisse in den Bereichen Rechenzentrum und Spiele erzielt.“

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Gewinneinbruch wegen ARM-Abschreibungen

Das dem Markt hingegen nicht geschmeckt haben dürfte: Unter dem Strich verdienten die Kalifornier mit 1,6 Milliarden US$ -15,4% weniger als im Vorjahresquartal. Bei genauerem Hinsehen kann jedoch Entwarnung gegeben werden. Ursächlich für den Gewinneinbruch war eine Sonderbelastung in Höhe von 1,35 Milliarden US$ infolge der gescheiterten ARM-Übernahme.

Der bereinigte Gewinn stieg entsprechend um fast die Hälfte auf 3,4 Milliarden US$. Damit kann Nvidia den Trend der letzten Jahre aufrechterhalten, bei dem die Überschüssen stets schneller als die Einnahmen stiegen.

Weniger Q2-Einnahmen in schwierigem Makroumfeld

Die Börsianer wurden jedoch noch von etwas anderem zeitweise vergrätzt: dem Ausblick. Für das laufende Quartal stellte das Management Umsätze in Höhe von 8,11 Milliarden US$ in Aussicht – deutlich weniger, als die Wall-Street-Experten im Schnitt auf dem Zettel hatten (8,44 Milliarden US$). Wegen des Ukraine-Kriegs und der Covid-Lockdowns in China hätte das Unternehmen seine Prognose um eine halbe Milliarden US$ nach unten korrigiert, hieß es.

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Auch wenn das schwierige Makroumfeld derzeit die Geschäfte von Nvidia belastet, dürfte die folgende Aussage von CEO Huang die Aktionäre wieder zuversichtlich gestimmt haben: „Wir bereiten uns auf die größte Welle neuer Produkte in unserer Geschichte vor, mit neuen GPU-, CPU-, DPU- und Robotik-Prozessoren, die in der zweiten Jahreshälfte anlaufen. Unsere neuen Chips und Systeme werden AI, Grafik, Omniverse, selbstfahrende Autos und Robotik sowie die vielen Branchen, auf die sich diese Technologien auswirken, erheblich voranbringen.“

Milliardenschwere Aktienrückkäufe

Was Anteilseigner von Nvidia ebenfalls entzücken dürfte, sind die üppigen Aktienrückkaufprogramme des Unternehmens. Im ersten Quartal allein hat der Chip-Hersteller 2,1 Milliarden US$ für die Maßnahmen ausgegeben. Nun will das Management die niedrigen Kurse nutzen, um die Rückkäufe nochmal massiv auszubauen. So sollen bis Dezember 2023 zusätzlich Stammaktien im Wert von bis zu 15 Milliarden US$ zurückgekauft werden.

Große Risiken für das Chip-Geschäft

Dem muss man jedoch die makroökonomischen Risiken entgegenhalten, die für Nvidia derzeit erheblich sind. Die margenstarken Produkte des Chip-Riesen reagieren besonders empfindlich auf wirtschaftliche Abschwünge. Die anhaltend hohe Inflation und der Unterbrechungen in den Lieferketten haben die Rezessionswahrscheinlichkeit in den letzten Quartalen deutlich erhöht.

Diese Bedenken haben zuletzt dazu geführt, dass mehrere Tech-Konzerne wie Meta, Netflix und Peloton die Einstellungen gestoppt haben und sogar Entlassungen angekündigt haben. Wenn sich dieser Trend weiterverbreitet, kann das letztlich auch die Nachfrage nach Prozessoren und Grafikkarten spürbar dämpfen.

Die Nvidia-Produkten sind zudem in erheblichem Maße von Kryptowährungs-Mining-Geschäft abhängig. Dieser Markt ist extrem volatil und hat in den vergangenen Tagen und Wochen große Verluste erlitten, was sich ebenfalls negativ auf Nvidias Einnahmen auswirken könnte.

Neutrales Fazit

Obendrein ist die Aktie des Chip-Herstellers weiterhin kein Schnäppchen, wohl sie seit Jahresbeginn rund die Hälfte ihres Wert eingebüßt hat. Bei ausgewogener Abwägung von Positivem und Negativem lautet mein abschließendes Urteil „Halten“. Potenzielle Investoren sollten vorerst an der Seitenlinie bleiben.

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