Nordex-Aktie: Deshalb lieber nicht die Reißleine ziehen!

Nordex meldet verspätet hohe Q1-Verluste und verliert seinen Platz im SDAX. Nach dem Absturz der Aktie folgte jedoch gleich der Rebound, da es Grund zur Hoffnung gibt.

Das Jahr 2022 hat für Nordex mit einem Umsatzeinbruch und hohen Verlusten begonnen. Das gab der Windanlagenbauer am Dienstagmorgen verspätet bekannt. Das Hamburger Unternehmen hatte die Vorlage der Q1-Zahlen wegen eines Cyber-Sicherheitsvorfalls verschieben müssen und wurde deshalb am Montag vorübergehend aus den Indizes SDAX und TecDAX gestrichen.

An der Börse kamen die Neuigkeiten naturgemäß nicht gut an: Die Nordex-Aktie sackte am Dienstag um -7,25% ein, tags darauf folgte jedoch prompt der +3,3%-Rebound auf 8,96 €.

Die Produktionsumstellung auf andere Rotorblätter, eine witterungsbedingt niedrigere Installationsleistung sowie gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten haben den Angaben zufolge zu den schwachen Ergebnissen geführt. So brachen die Einnahmen im Auftaktquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 933 Millionen € ein. Der Auftragseingang ohne das Service-Geschäft lag zwischen Januar und März bei 903 Millionen € und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert.

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Start ins Jahr mit tiefroten Zahlen

Das bereinigte operative Ergebnis vor Neuausrichtungskosten (EBITBA) in den drei Monaten rutschte mit 52 Millionen € in den Minusbereich, nach einem Gewinn von 10,4 Millionen € im Vorjahr. Unter dem Strich hat sich der Nettoverlust auf -151 Millionen € annähernd verdreifacht.

Nordex hatte Ende Januar angekündigt, die Rotorblatt-Fertigung an seinem deutschen Standort Rostock Ende Juni einzustellen. Das begründet der Windkraft-Spezialist mit einem schwierigen Wettbewerbsumfeld und einer Verschiebung der Nachfrage nach größeren Rotorblättern, die nicht in Rostock hergestellt werden könnten. Betroffen sind jüngsten Angaben zufolge rund 600 Mitarbeiter.

Keine weitere Korrektur der Prognose

Seine Ende Mai nach unten korrigierte Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Demnach plant der Nordex-Vorstand weiterhin mit Umsätzen in einer Spanne von 5,2 bis 5,7 Milliarden €, nach 5,4 Milliarden € im Vorjahr.

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Auf Stufe EBITDA dürfte der Konzern auch auf Jahressicht in die roten Zahlen rutschen: Bei der entsprechenden Marge rechnet der Vorstand nun in einem Bereich zwischen -4 und 0%. Im Vorjahr hatten die Hamburger einen operativen Gewinn von 52,7 Millionen € erwirtschaftet, was einer Marge von knapp +1% entspricht.

Bund will Abstandsregel für Windräder aushebeln

Die Produktionsumstellung und der Hackerangriff von Ende März belasten Nordex zurzeit ebenso wie die globalen Lieferkettenprobleme infolge des Ukraine-Kriegs. Mittelfristig kann sich der Anlagenbauer jedoch auf politischen Rückenwind einstellen.

Anfang des Monats hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, die Hürden für den Ausbau der Windenergie abbauen zu wollen. Offenbar plant Berlin, die Abstandsregeln für Windräder per Gesetz auszuhebeln. Ziel ist es demnach, deutlich mehr vom Bundesgebiet für Windenergie auszuweisen, um die Leistung der On-Shore-Windräder bis zum Jahr 2030 mindestens auf 115 Gigawatt (GW) zu verdoppeln.

Für die Aktie wird es zunächst holprig weitergehen

Die leidgeplagten Nordex-Anleger mussten erneut einen Rückschlag einstecken. Trotz des schnellen Rebounds hat der Titel damit seit seinem Hoch im März bei 18 € rund die Hälfte seines Wert verloren. In den vergangenen Monaten haben sich für den Windkraft-Konzern diverse Herausforderungen angehäuft, die die Hamburger auch in den kommenden Quartalen noch beschäftigen werden.

Viele Marktexperten weisen derzeit aber darauf hin, dass sich die Rohstoff- und Logistikpreise bereits im Laufe des Jahres stabilisieren könnten, sodass Nordex die Mehrkosten schließlich an seine Kunden weiterzugeben könnte. Zudem besteht die Chance, dass mit dem neuen Gesetzespaket der Regierung die Installationen schon in nächsten Jahr deutlich ansteigen.

Auch wenn es in den kommenden Monaten für die Nordex-Aktie weiter holprig verlaufen dürfte, sollten Investierte nicht verfrüht die Reißleine ziehen. Von einer Erstinvestition bei dem Titel würde ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch abraten.

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