Nikkei 225: In Deckung!

An den asiatischen Börsen wandern derzeit bange Blicke in Richtung USA. Das bekommt auch der Nikkei 225 zu spüren.

In Japan selbst fiel die Inflationsrate in den letzten Monaten angenehm gering aus. Zwar wird auch dort die Marke von 2 Prozent mittlerweile überschritten, welche von Notenbanken mehr oder weniger als Goldstandard angesehen wird. Doch die Teuerungsrate bewegt sich auf einem sehr viel geringeren Niveau als hierzulange oder in den Vereinigten Staaten. Entsprechend kamen die japanischen Notenbanken bisher auch nicht in die Verlegenheit, die Ära des Negativzins zu beenden.

Das leidige Zinsthema nimmt dennoch enormen Einfluss auf die Börse in Tokio, und zwar in dieser Woche ganz besonders. Denn bereits am Mittwoch stehen neue Zahlen aus den USA an und viele Experten rechnen im Vorfeld mit einem weiteren Anstieg der Inflation. Im Durchschnitt wird mit 8,8 Prozent für den Juni gerechnet, wie das „Handelsblatt“ zu berichten weiß. Lediglich bei der Kerninflation wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. Jene soll aber mit schätzungsweise 5,8 Prozent ebenfalls noch auf einem bedenklich hohen Niveau liegen.

Gerät die Fed unter Druck?

Für die Leitzinsen ist das deshalb interessant, weil die Inflation als ein Maßstab dafür gilt, welche weiteren Zinsschritte seitens der Fed zu erwarten sind. Sollte die Teuerungsrate im Juni tatsächlich weiter geklettert sein, wäre das ein Indiz dafür, dass bisherige Zinserhöhungen herzlich wenig genützt haben. Das wiederum würde der Fed Argumente liefern, bei den Zinssteigerungen weiter aufs Gas zu treten und genau das fürchten auch die Anleger im Nikkei 225.

Zusätzlich machen sich Sorgen rund um die bevorstehenden Quartalszahlen einiger US-Großbanken breit. Auch hier blicken die meisten Analysten sorgenvoll auf die kommenden Tage und in Kombination hat all das zur Auswirkung, dass die Anleger in Japan schon mal in Deckung gehen. Zumindest wäre das ein Ansatz, um die negative Tendenz im späten Handel am Montag zu erklären. Anfängliche Kursgewinne wurden dadurch spürbar zusammengestutzt, bei Handelsschluss reichte es aber immerhin noch für einen Zugewinn von 1,11 Prozent beim Nikkei.

Was den Nikkei 225 dieser Tage bewegt

Es sind sich aber auch nicht alle einig darüber, was von der nahen Zukunft im Nikkei 225 zu erwarten ist. Ein Blick auf die Einzeltitel verrät, dass am Montag wieder vermehrt Schnäppchenjäger unterwegs waren. Die kauften sich vornehmlich bei Titeln ein, die zuvor stark unter Druck geraten waren. Dazu gehören unter anderem Aktien aus den Sektoren der Unterhaltungsbranche sowie dem Einzelhandel. Der Einzelhändler Isetan Mitsukoshi etwa konnte mit einem Kursplus von etwas mehr als fünf Prozent glänzen.

Die Sorgen um den Sektor und eine nachlassende Konsumlaune sind zwar nicht verschwunden. Es macht sich aber die Hoffnung breit, dass der Tiefpunkt überschritten sein könnte. Angesichts der unzähligen Krisen und den daraus resultierenden Reaktionen der Anleger fragt sich tatsächlich, was hier in den kommenden Tagen eigentlich noch schiefgehen kann. Das allein ist aber freilich noch kein Garant für eine nachhaltige Erholung.

Aktie Kurs (11.7.22, 14:30 Uhr) Differenz zum Vortag
Maruha Nichiro Co. 18,70 +6,25 %
Isetan Mitsukoshi 7,25 +5,07 %
Daiichi Sankyo 25,56 +4,50 %
Konami 53,40 +4,40 %
KDDI Corp. 32,43 +4,34 %
Fujifilm 54,26 -2,69 %
M3 28,40 -3,40 %
NTT Data 13,50 -3,57 %
Yaskawa Electric 30,60 -4,73 %
Toray Industries 5,03 -5,55 %

Die Verlierer im Nikkei 225

Am unteren Ende des Nikkei 225 gab es derweil eine klare Ansammlung von Titeln aus der Branche der Halbleiter zu sehen. Hier gibt es nach wie vor große Sorgen, dass die Nachfrage schon bald einbrechen könnte. Erste Anzeichen dafür gibt es schon seit Längere, Die Bestellungen bei TSMC und Samsung sind zuletzt deutlich zurückgegangen und im Computerbereich sind gerade bei Privatkunden CPUs kaum noch gefragt. Natürlich sind das erst einmal nur Indizien. Nach dem brutalen Hype im vergangenen Jahr wäre eine solche Entwicklung aber überfällig.

Hier spielt auch einmal mehr die Inflation eine wichtige Rolle, denn aufgrund jener werden die Menschen sich zweimal überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Schicke neue Computerhardware könnte da erstmal nach hinten verschoben werden und es ist auch nicht auszuschließen, dass Unternehmen entsprechende Investitionen erst einmal auf Eis gelegt haben.

Der Nikkei 225 kann sich nicht lösen

Wie bereits erwähnt bewegte die Inflation in Japan sich bisher noch auf einem eher überschaubaren Niveau, sodass all das keine direkte Bedrohung für den Nikkei 225 sein sollte. Die Reaktion der Marktakteure fällt jedoch anders aus, und das aus nachvollziehbaren Gründen:

  • Die Nachfrage bei ausländischen Kunden droht einzubrechen
  • Weitreichende Verflechtungen zwischen japanischen und westlichen Unternehmen
  • Experten warnen, dass die Inflation in Japan verzögert auftreten könnte
  • Durch enorme staatliche Anstrengungen wird der Inflation (künstlich) entgegengewirkt

Noch dazu kommen anhaltende Spannungen mit Russland sowie die neuerlichen Corona-Lockdowns in China, welche an den asiatischen Märkten nicht unbedingt für gute Stimmung sorgen. Damit im Hinterkopf ist es schon fast erfreulich, dass der Nikkei 225 am Montag überhaupt in die Höhe wandern konnte.

Beim Nikkei 225 muss noch mehr kommen

Nun konnte der Nikkei 225 sich im laufenden Jahr deutlich besser entwickeln als die meisten Indizes in der westlichen Hemisphäre. Der akute Abwärtstrend lässt sich jedoch nicht leugnen und um diesen zu beenden, werden die Bullen noch einmal ordentlich nachlegen müssen. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels standen rund 26.800 Punkte auf der Uhr. Hoffnungen auf eine Trendwende müssen Anleger sich unterhalb von 28.000 Punkten kaum machen. Die Lage bleibt also trotz einiger kleinerer Erfolge angespannt.

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