Nikkei 225: Große Chancen für Aktionäre?

Im Vergleich mit DAX und Co. schlägt der Nikkei 225 sich derzeit recht wacker. Eine sichere Bank ist der japanische Leitindex deshalb aber noch lange nicht.

An den hiesigen und den US-Märkten ist das Elend derzeit stellenweise kaum zu ertragen. Die endlosen Diskussionen um steigende Zinsen und eine möglicherweise eintretende Rezession lassen jeden Anflug von Kauflaune im Keim ersticken. Allenfalls kurzzeitig gibt es mal Erholungen zu sehen, welche von den Bären im Anschluss aber zuverlässig und schnell wieder kassiert werden. Auch auf dezente Zugewinne am Freitag ist kaum Verlass.

Da richtet sich der Blick einiger Anleger vielleicht in den fernen Osten, wo die Welt noch ein Stück weit in Ordnung zu sein scheint. Zumindest punktet Japan derzeit mit anhaltend niedrigen Zinsen, welche von der dortigen Notenbank zuletzt auch nicht angefasst wurden. Schließlich lag die Inflation im Mai bei überschaubaren 2,1 Prozent, sodass hier weitaus weniger Dringlichkeit für Zinserhöhungen besteht wie anderswo.

Der Nikkei 225 läuft DAX und Dow Jones davon

Tatsächlich lässt sich die etwas bessere Stimmung im Land der aufgehenden Sonne auch beim Nikkei 225 ablesen. Denn während der seit Jahresbeginn „nur“ um 9,6 Prozent in Richtung Süden gefallen ist, ging es im gleichen Zeitraum mit dem Dow Jones um 16,15 Prozent in die Tiefe. Der DAX wertete gar um 18,8 Prozent ab. Da entsteht schnell der Eindruck, dass die japanischen Börsen im Moment schlicht die bessere Wahl für Anleger sind.

Allerdings lässt sich kaum leugnen, dass es auch in Nippon letztlich mit den Kursen größtenteils bergab ging. Wer in einen Nikkei 225-ETF investiert hat, wird mit den Verlusten seit Jahresbeginn kaum zufrieden sein, nur weil es anderswo noch tiefer nach unten ging. Wichtiger als die Performance aus der Vergangenheit ist daher, wie es um die Zukunft des Index bestellt ist. Die Aussichten fallen aber leider nicht ganz eindeutig aus.

Gefahren beim Nikkei 225

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die derzeitigen geopolitischen Krisen an Japan kaum spurlos vorbeigehen. Auch hier ist die Angst vor einer Rezession im Westen spürbar und eine solche würde letztlich auch die Wirtschaft in Japan schwer belasten. Ignorieren lässt sich das Thema also nicht. Zudem sind die vermeintlich niedrige Inflation sowie die Zinsen im Land mit Vorsicht zu genießen. Zustande kommen die nicht zuletzt deshalb, weil staatliche Eingriffe in die Märkte in Japan deutlich häufiger und beherzter vorkommen als in hiesigen Gefilden.

Gestützt wird die Wirtschaft in Fernost durch immer neue Schulden, obwohl Japans Schuldenberg ohnehin schon auf Rekordniveau liegt und das jährliche BIP im Land locker übertrifft. Gesund ist das auf Dauer kaum und einige Ökonomen befürchten schon, dass der große Knall letztlich nur umso lauter ausfallen könnte. Mittelfristig ist daher beim Nikkei 225 in jedem Fall Vorsicht geboten, wenngleich ein Crash vergleichbar mit den westlichen Märkten nicht zwingend programmiert ist.

Gute Zeichen beim Nikkei 225

Auf der anderen Seite bescheinigt die Charttechnik dem Nikkei 225 derzeit eine positive Tendenz. Nachdem der Index Ende Februar auf den Kriegsbeginn in der Ukraine mit einem spontanen Crash reagierte, konnte er sich langsam wieder in die Höhe schrauben. Zwar kam es in den letzten Wochen auch immer mal wieder zu schmerzvollen Korrekturen. Doch die Tiefpunkte lagen stets ein kleines bisschen höher als zuvor. Das ist zumindest ein Indiz für einen stabilen Boden und damit eine Basis für einen Aufwärtstrend.

Datum Nikkei 225 Zwischentief (Punkte)
9.3.2022 24.717,53
12.5.2022 25.748,72
20.6.2022 25.771,22

Sicherlich wäre es mutig, wenn nicht gar grob fahrlässig, um allein auf diese Beobachtung schon ein Investment zu begründen und es sollten fraglos noch weitere Faktoren berücksichtig werden. Doch die meisten westlichen Indizes schlägt der Nikkei 225 derzeit recht bequem. Das darf neidlos anerkannt werden und gerade in diesen Zeiten werden viele Anleger händeringend nach irgendetwas suchen, was sich wenigstens entfernt positiv anhört.

Ohne den Westen geht es im Nikkei 225 nicht

So erfreulich die, sagen wir mal Stabilität, des Nikkei 225 auch sein mag. Letztlich ist und bleibt der Index mit den westlichen Märkten eng verwoben. Dafür sorgen unter anderem diese Faktoren:

  • Einige der besten Kunden finden sich in Europa und den USA
  • Enge politische Bindung an den Westen
  • Eng verwobene Lieferketten und Handelsbeziehungen
  • Großes Interesse an den Entwicklungen an US-Märkten

Etwas in die Hände spielt der japanischen Wirtschaft derzeit noch der schwache Yen, durch den sich vor allem das Exportgeschäft sehr lohnt. Das alleine wird aber nicht dafür sorgen, dass der Nikkei 225 neue Rekorde anpeilen wird. Schließlich ist auch der Euro derzeit alles andere als stark und dennoch könnten die Sorgen der Ökonomen und Anleger in hiesigen Gefilden kaum größer sein.

Für eine nachhaltige und größere Erholung ist der Nikkei 225 daher letztlich auf die westlichen Märkte angewiesen. Erst wenn dort die Stimmung wieder besser wird, werden die Bullen sich auch in Nippon wieder vermehrt aus der Deckung trauen. In der Zwischenzeit mögen die Verluste etwas geringer ausfallen als an der Wall Street. Das ist für die Investoren aber nur ein schwacher Trost. Die treten schließlich nicht an, um Verluste zu begrenzen, sondern um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Immerhin scheint der Freitag insgesamt recht freundlich zu verlaufen, was dem Nikkei 225 vor dem Wochenende noch etwas Auftrieb verleihen dürfte. Wie schon an den vorherigen Tagen mit grünen Vorzeichen ergibt sich dadurch aber noch keine zwingende Trendwende.

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