Nikkei 225: Ein guter Tag!

Die asiatischen Börsen schließen sich der guten Stimmung der US-Märkte an. Auch der Nikkei 225 konnte am Montag mit ansehnlichen Kursgewinnen punkten.

Der Börse in Tokio wird dieser Tage gerne nachgesagt, dass sie von Ängsten und Sorgen rund um Inflation und eine mögliche Rezession weniger betroffen sei als die westlichen Märkte. Tatsächlich performte der Nikkei 225 im laufenden Jahr bisher auch deutlich besser als Dow Jones und Co. Zudem lag die Inflation in Japan im April bei sehr übersichtlichen 2,1 Prozent und die dortige Zentralbank ist bisher noch nicht in die Verlegenheit geraten, die Zinsen aus dem negativen Bereich herauszuholen.

Dennoch zeigt sich immer wieder, dass auch im Land der aufgehenden Sonne sehr genau auf die Ereignisse in Übersee geschielt wird. Das bescherte dem Nikkei des Öfteren schwere Tage. Aktuell gereicht es dem japanischen Leitindex aber zum Vorteil, dass die Vorgaben aus den USA und anderswo nicht einfach untergehen. Jene dürften hauptverantwortlich dafür sein, dass der Nikkei mit einem Plus von 1,43 Prozent in die neue Woche starten konnte.

Gute Nachrichten für den Nikkei 225

Gute Neuigkeiten gab es aber auch aus der asiatischen Nachbarschaft. So vermeldete die vom Coronavirus schwer gebeutelte Millionenmetropole Shanghai jüngst den „Sieg über Covid“ nachdem erstmals seit Monaten keine Neuinfektionen in der Stadt festgestellt werden konnten. Bedingt dadurch öffnen nun wieder sämtliche Grund- und Mittelschulen und auch einige andere Beschränkungen fallen weg.

Das lässt Hoffnungen wach werden, dass wieder mehr Normalität einkehren und die Wirtschaft einen spürbaren Aufschwung erleben könnte. In einem solchen Fall würde sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der ganzen Welt bemerkbar machen und die asiatischen Märkte ganz besonders entlasten. Hoffnungen auf eine anhaltende Trendwende leben da auch im Nikkei 225 wieder auf.

Es bleibt noch viel zu tun im Nikkei 225

Auf der anderen Seite bleibt der Nikkei 225 mit 26.870 Punkten erst einmal auf einem eher überschaubaren Niveau. Angesichts eines Verlusts in Höhe von 8,3 Prozent kann der Bärenmarkt kaum für beendet erklärt werden und die bekannten Dauerbrenner in den Schlagzeilen bieten noch mehr als genügen Gelegenheiten für unschöne Gegenbewegungen. Wie gehabt müssen Anleger vor allem auf folgende Faktoren ein Auge werfen:

  • Inflation
  • Zinsentwicklung
  • Konsum
  • Anzeichen von Rezession

In Nippon sieht es bei den meisten dieser Punkte noch vergleichsweise gut aus. Das kann sich aber schnell ändern, sollte die Wirtschaft in den USA ins Wanken geraten. Mit diesem Damoklesschwert über dem Kopf dürften die Bullen es auch eher schwer haben, nachhaltige Ausbrüche in Richtung Norden auf die Beine zu stellen. Dabei gäbe es in dieser Richtung noch mehr als genug zu tun, denn mit einem echten Turnaround ist unterhalb von 28.000 Punkten kaum zu rechnen.

Schreck lass nach

Profitieren konnten am Montag von der guten Stimmung im Nikkei 225 vor allem die großen Reedereien im Index. Gleich zwei davon fanden sich an der Spitze und das mit einem sichtlichen Abstand zu den nächstbesten Titeln. Das mag mit einem neuen Joint Venture zwischen Mitsui O.S.K. Lines und Tsuneishi zusammenhängen, mit welchem ein emissionsfreies Transportschiff für Flüssiggas entstehen soll. Mit dem (geplanten) Abschied des Westens von russischem Gas dürften derartige Schiffe in Zukunft Hochkonjunktur haben.

Ebenfalls auf der Gewinnerseite fanden sich Aktien aus dem Energiesektor sowie zuvor schwer angeschlagene Papiere aus dem Halbleiterbereich. Dem gegenüber standen auf der Verliererseite vor allem Aktien aus dem Konsumsektor. Hier gibt es auch in Japan große Sorgen, dass die Nachfrage in naher Zukunft aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage einknicken könnte.

Aktie Kurs (EUR) (27.6.22) Differenz zum Vortag
Mitsui O.S.K. Lines 22,03 +10,26 %
Kawasaki Kisen Kaisha 59,70 +8,15 %
Tokyo Electric Power Co. 3,53 +7,59 %
Otsuka Company 33,40 +6,37 %
Kirin Holdings 14,74 -2,19 %
Mitsui Fudosan 19,90 -2,45 %
Kao Co. 38,43 -2,66 %
Sumitomo Osaka Cement 23,20 -4,13 %

Noch keine Feierstimmung im Nikkei 225

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Zugewinne am oberen Ende des Nikkei 225 am Montag deutlich höher ausfielen als die Verluste auf der anderen Seite. Das lässt erst einmal eine Erholung erkennen, die jedoch auf eher wackeligen Beinen steht. Es wäre verfrüht, jetzt schon die Trendwende auszurufen. Denn genau wie hierzulande befinden sich auch die Börsen in Tokio noch immer in einem übergeordneten Bärenmarkt.

Der wird so schnell auch kaum einfach verschwinden, da dafür die Sorgen der Marktakteure viel zu groß sind. Einige Beobachter rechnen damit, dass die hohe Inflation im Westen sowie damit verbundene Effekte lediglich mit etwas Verspätung im Land der aufgehenden Sonne ankommen werden. Das mag erstmal nur eine unschöne Vermutung sein. Das reicht aber aus, um dem Nikkei 225 spontane Kurssprünge und den Ausgleich der Kursverluste seit Jahresbeginn zu verwehren.

Für den Nikkei 225 wird es nicht einfacher

Es bräuchte jetzt schon einige Tage nach dem Vorbild vom Montag, um den Nikkei 225 wieder in einen klar erkennbaren Aufwärtskanal zu befördern. Vorsichtige Naturen bleiben da noch geduldig auf der Seitenlinie und warten das weitere Geschehen ab. Schließlich hat gerade 2022 den Anlegern oft genug gezeigt, wie schnell die Stimmung an den Märkten wieder umschlagen kann. Wenn es für Kursgewinne keine anderen Gründe als gute Hoffnungen gibt, gilt das umso mehr.

Ohne die jüngsten Erholungen im Nikkei 225 schlechtreden zu wollen, sei daher auch hier zur Vorsicht geraten. Erst wenn die Bullen sich über längere Zeit behaupten und die Nachrichtenlage wieder mehr positive Entwicklungen zeigt, würden sich erste zarte Signale für eine Trendwende erkennen lassen.

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