Zurich Insurance: Platzt der Deal jetzt?

Zurich Insurance erhöht sein Übernahmeangebot für Beazley auf 7,67 Mrd. Pfund, doch der Spezialversicherer lehnt ab. Der Entscheidungstermin rückt näher, während Zurich parallel ein Aktienrückkaufprogramm abschließt.

Auf einen Blick:
  • Verbessertes Übernahmeangebot für Beazley abgelehnt
  • Entscheidungsfrist läuft bis Mitte Februar
  • Aktienrückkauf über 1,1 Mrd. Franken abgeschlossen
  • Chartanalyse zeigt wichtige Unterstützungszonen

Durch die jüngsten Schlagzeilen rund um das Übernahmeangebot ist deutlich Schwung in die Aktie und den Markt gekommen. Im Chart hat das den Kurs an eine Unterstützungszone geführt. Das könnte für weiteren Auftrieb sorgen.

Kommt es zum dritten Versuch?

Am 19. Januar 2026 legte Zurich Insurance Group ein verbessertes öffentliches Übernahmeangebot für Beazley vor. Der Spezialversicherer wird dabei mit 7,67 Milliarden Pfund bewertet, was umgerechnet etwa 10,27 Milliarden US-Dollar entspricht. Der gebotene Preis von 1.280 Pence je Aktie lag satte 56 Prozent über dem Schlusskurs vom 16. Januar bei 820 Pence.

Es war bereits der zweite Anlauf. Ein früheres Angebot über 1.230 Pence vom 4. Januar hatte Beazley mit dem Hinweis auf eine „signifikante Unterbewertung“ zurückgewiesen. Das Management äußerte sich zunächst nicht konkret, kündigte jedoch an, das Angebot zu prüfen. Wenige Tage später folgte die nächste Wendung. Am 22. Januar lehnte Beazley auch das erhöhte Angebot ab. In Marktkreisen wird seither über eine mögliche Nachbesserung spekuliert. Genannt werden dabei Schwellen um 1.400 Pence je Aktie, die einen Deal doch noch ermöglichen könnten.

Strategisch ist der Schritt klar einzuordnen. Zurich will gemeinsam mit Beazley eine weltweit führende Specialty-Plattform aufbauen, insbesondere mit Blick auf das Lloyd’s-Geschäft sowie die starke Position Beazleys in Cyber- und Spezialrisiken. Finanziert werden soll die Übernahme über einen Mix aus Cash, Fremdkapital und einer möglichen Eigenkapitalplatzierung. Nach dem britischen Takeover Code bleibt Zurich nun Zeit bis zum 16. Februar, entweder ein formelles Angebot vorzulegen oder sich endgültig zurückzuziehen,  das klassische „put up or shut up“-Szenario.

Parallel zu dieser M&A-Offensive treibt Zurich seine Kapitalrückführung weiter voran. Am 16. Januar meldete der Konzern den Abschluss seines Aktienrückkaufprogramms über 1,1 Milliarden Franken, das im Juni 2024 gestartet worden war. Insgesamt kaufte Zurich gut 2,22 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 495,15 Franken zurück und zog sie zur Kapitalreduktion ein. Das entspricht rund 1,47 Prozent des Aktienkapitals.

Zurich Insurance-Aktie im Chart-Check

Der Kurs der Aktie bewegte sich im vergangenen Jahr in einer größeren Range, konnte jedoch weder nach oben noch nach unten ausbrechen. Durch diese Seitwärtsphase hat die 100-Tage-Linie an Aussagekraft verloren, da die dafür nötigen dynamischen Bewegungen fehlen. Die aktuelle Zone bei rund 540 CHF dient als Unterstützungsbereich. Sollte die laufende Kerze weiter nach unten durchziehen, worauf die zuletzt starken Verkaufskerzen hindeuten, würde eine Etage tiefer die Zone um 520 CHF in den Fokus rücken. Kommt es an einer der beiden Unterstützungen zu Kaufinteresse, wäre eine Bewegung in Richtung der Hochs bei 600 CHF möglich. Damit könnte die Aktie die bestehende Range erneut nach oben durchlaufen. Hier ist die Aktie im Tageschart dargestellt.

Zurich Insurance Group

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier:  https://www.tradingview.com/x/6vcb2WGi/

An der aktuellen Zone würde ich zunächst abwarten, ob der Markt dort bremst und sich darüber halten kann oder nach unten durchbricht. Sollte es zu einem Durchbruch kommen, würde ich an der unteren Zone auf eine Reaktion mit Kaufkraft achten. Tritt diese auf, könnte sich daraus eine Kaufchance ergeben.

Fällt der Kurs jedoch darunter, würde ich nach Verkaufspositionen Ausschau halten. Entweder über einen direkten Ausbruch auf der Unterseite, wobei auch ein Fehlausbruch möglich ist, oder über einen Rücksetzer, um anschließend auf diesem Niveau in den Markt zu kommen.

Ihr Konrad

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