Die Zurich Insurance will groß einkaufen und legt für den britischen Cyber- und Spezialversicherer Beazley satte 10,3 Milliarden Dollar auf den Tisch. Die Reaktion des Marktes fällt jedoch gespalten aus. Während die Beazley-Aktie um über 40 Prozent explodiert, verliert die Zurich-Aktie rund 1,5 Prozent an Wert. Die Schweizer rutschen auf etwa 569 Franken ab. Offenbar zweifeln Investoren daran, ob dieser Deal wirklich klug ist.
Das Angebot von 12,80 Pfund je Aktie bedeutet einen Aufschlag von 56 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag. Beazley hatte bereits Anfang Januar ein niedrigeres Angebot über 12,30 Pfund abgeschmettert. Die Briten fanden, dass man sie damit deutlich unter Wert verkaufen würde. Jetzt hat Zurich nachgelegt und das Angebot öffentlich gemacht. Damit steigt der Druck auf Beazleys Vorstand erheblich.
Zurich will im Spezialgeschäft wachsen
Für Zurich geht es um mehr als nur Größe. Die Schweizer wollen ihre Position im lukrativen Spezialversicherungsgeschäft ausbauen und gleichzeitig Zugang zum Londoner Lloyd’s-Markt bekommen, wo Beazley stark vertreten ist. Zusammen würde man auf rund 15 Milliarden Dollar an Bruttoprämien kommen. Finanziert werden soll das Ganze mit Cash, neuen Schulden und einer Kapitalerhöhung. Analysten von RBC halten den Preis für angemessen, gerade weil die Aussichten für Beazley in den kommenden Jahren unsicherer werden.
Die Uhr tickt jetzt für Zurich. Bis zum 16. Februar muss ein formelles Angebot auf dem Tisch liegen, oder die Schweizer müssen den Rückzug antreten. Beazley hat sich bislang bedeckt gehalten und lässt sich Zeit mit der Prüfung. Die Aktionäre werden genau hinschauen, ob dieser Deal am Ende wirklich Sinn macht oder ob Zurich hier zu viel bezahlt.
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