Der Londoner High Court hat den Weg für die Übernahme des Spezialversicherers Beazley durch Zurich Insurance frei gemacht. Mit der richterlichen Genehmigung des sogenannten Scheme of Arrangement am heutigen Dienstag nahm der Schweizer Versicherungskonzern die letzte formelle Hürde vor dem geplanten Vollzug der Transaktion am 1. Oktober.
Richterin Joanna Smith erklärte vor Gericht ihre Zustimmung zu dem Vorhaben, gegen das keine Einwände vorgebracht wurden. Sämtliche aufsichtsrechtlichen Genehmigungen lagen bereits seit dem 14. September vor.
Zurich zahlt für das FTSE-100-Unternehmen 1.310 Pence in bar je Aktie zuzüglich einer Dividende von 25 Pence, was einem Gesamtwert von 1.335 Pence je Beazley-Anteil entspricht. Das gesamte Transaktionsvolumen beläuft sich auf rund 8,1 Milliarden Pfund Sterling. Nach dem Abschluss der Akquisition wird Beazley von der Londoner Börse genommen.
Ausbau des Geschäfts mit Spezialrisiken
Mit der Akquisition stärkt Zurich ihr internationales Geschäft im Spezialversicherungsbereich deutlich. Der Konzern erwartet durch den Zusammenschluss ein kombiniertes Bruttoprämienvolumen in den Specialty-Sparten von rund 15 Milliarden US-Dollar.
Vor der Transaktion lag dieser Wert bei etwa 9 Milliarden US-Dollar. Die Beazley-Direktoren hatten dem Übernahmeangebot zuvor einstimmig zugestimmt. Während Beazley auf vier Kontinenten aktiv ist, zählt Zurich mehr als 82 Millionen Kunden in über 200 Ländern.
An den Finanzmärkten sorgte der juristische Durchbruch am Dienstag zunächst nicht für Kursgewinne. Die Zurich-Aktie verzeichnete im Tagesverlauf ein Minus von 2,3 Prozent und notiert bei 626,80 Euro. Damit bewegt sich das Papier 7,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 679,40 Euro.
Analysten blicken auf Kapitaldisziplin
Die Analysten von RBC Capital Markets bestätigten ihre Einstufung für die Zurich-Aktie nach der gerichtlichen Entscheidung mit „Outperform“ und beließen das Kursziel bei 650 Schweizer Franken. Analyst Ben Cohen hob hervor, dass neben der Integration von Beazley vor allem die Entwicklung im Schaden- und Unfallgeschäft sowie künftige Kapitalausschüttungen im nächsten Strategieplan des Managements im Fokus der Marktteilnehmer stehen dürften.
Zahlen zum Abschluss des Geschäftsjahres 2026 legt der Versicherungskonzern am 11. Februar 2027 vor. Parallel zum Zukauf in Großbritannien treibt das Unternehmen zudem seine Digitalisierung voran: Zurich Commercial Insurance und der Technologieanbieter Cytora erhielten am Dienstag den Datos Impact Award für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Underwriting für mittelgroße Unternehmenskunden, der inzwischen in mehr als 20 Ländern umgesetzt wurde.
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