Gute Quartalszahlen, schlechter Abend. Zscaler lieferte zum dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 solide Resultate — und kassierte trotzdem einen heftigen Kursrücksetzer, weil der Ausblick die Erwartungen deutlich verfehlte.
Zahlen gut, Guidance schwach
Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 850,5 Millionen Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 835 Millionen Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,08 Dollar — ebenfalls über der Erwartung von 1,01 Dollar. Die jährlich wiederkehrenden Erlöse (ARR) erreichten 3,53 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Was Anleger kalt erwischte: das Vorab-Ausblick für Fiskaljahr 2027. Management peilt ARR- und Umsatzwachstum von nur noch 16 bis 17 Prozent an. Analysten hatten zuvor mit rund 18 bis 20 Prozent gerechnet. Als erschwerender Faktor gelten Veränderungen in der Vertriebsführung — ein Thema, das mehrere Analysehäuser explizit als Unsicherheitsfaktor nannten.
Analysten kürzen Kursziele
Die Reaktion auf dem Analystenparkett war einheitlich: Alle großen Häuser senkten ihre Kursziele, behielten aber überwiegend ihre positiven Ratings.
- Truist Securities: Buy, Ziel von 250 auf 200 Dollar
- TD Cowen: Buy, Ziel von 220 auf 180 Dollar
- RBC Capital: Outperform, Ziel von 205 auf 200 Dollar
- Mizuho: Ziel von 210 auf 185 Dollar
- Stifel: Ziel auf 175 Dollar gesenkt
Morgan Stanley und Evercore ISI gingen weiter: Evercore stufte auf „In Line“ ab und senkte das Ziel auf 155 Dollar, Morgan Stanley setzte das Kursziel bei 145 Dollar und verwies auf wachsenden Wettbewerbsdruck. Das Analystenbild ist damit deutlich gespalten — die Kursziele reichen von 145 bis 210 Dollar.
Citizens hielt dagegen an einer „Market Outperform“-Einstufung mit einem Ziel von 210 Dollar fest und sieht die Aktie nach dem Rücksetzer als unterbewertet.
Vertrieb als Knackpunkt
Hinter den Zahlen steckt ein strukturelles Problem, das Investoren beschäftigt. Führungswechsel im Vertrieb schaffen Unsicherheit über die Abschlussquoten bei Großkunden — genau dort, wo Zscaler bislang punkten konnte. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen zwar um 30 Prozent, doch das reichte nicht, um das gedämpfte Wachstumsbild aufzuhellen.
Vorbörslich brach die Aktie um rund 23 Prozent auf etwa 142 Dollar ein. Seit Jahresbeginn 2026 hat das Papier damit bereits rund 18 Prozent verloren — in einem Umfeld, in dem der breitere Markt deutlich zulegen konnte. Ob das Management beim nächsten Analystentag konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung des Vertriebs präsentiert, wird darüber entscheiden, wie schnell das Vertrauen zurückkommt.
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