Zscaler hat mit den Zahlen zum vierten Geschäftsquartal geliefert, was der Markt sehen wollte: ein klares Beschleunigungssignal statt fauler Kompromisse. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 898,2 Millionen Dollar und übertraf die Konsensschätzung von rund 877 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,19 Dollar – zehn Cent über den Erwartungen der Analysten.
Besonders bemerkenswert: Der Ausblick fiel spürbar optimistischer aus als befürchtet. Für das laufende erste Quartal stellt Zscaler einen Umsatz zwischen 935 und 939 Millionen Dollar sowie einen bereinigten Gewinn von 1,15 bis 1,16 Dollar je Aktie in Aussicht – beides oberhalb der Konsensschätzungen.
Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 3,91 und 3,94 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 4,86 bis 4,90 Dollar.
ARR-Wachstum bleibt Kernindikator
Die annualisierten wiederkehrenden Umsätze (ARR) stiegen um 25 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar, das Nettowachstum im Quartal lag bei 246 Millionen Dollar. Ohne die Akquisition von Red Canary wäre das ARR-Wachstum mit 20 Prozent etwas moderater ausgefallen – ein Hinweis darauf, dass ein Teil der Dynamik auf Zukäufe statt organisches Wachstum zurückgeht. Die operative Marge auf bereinigter Basis erreichte mit 24 Prozent einen Rekordwert.
CEO Jay Chaudhry verwies auf die neue Plattform für die Absicherung von KI-Agenten als langfristige Wachstumschance. Die Buchungen in diesem Bereich hätten sich binnen eines Jahres auf 100 Millionen Dollar summiert und seien im Quartalsvergleich um 50 Prozent gestiegen. Nach eigenen Worten sieht er hier „erhebliche Eintrittsbarrieren“ für Wettbewerber.
Aktie hinkt der Konkurrenz hinterher
Trotz der starken operativen Entwicklung notiert die Zscaler-Aktie auf Zwölfmonatssicht rund 34 Prozent im Minus, während andere Cybersecurity-Werte in diesem Jahr neue Höchststände markiert haben.
Auslöser für den Rückstand war ein vorheriges Quartal, in dem das Management wegen des Abgangs zweier Vertriebsverantwortlicher einen vorsichtigeren Ausblick gab – die Aktie verzeichnete damals ihren schwächsten Handelstag überhaupt. Chaudhry sprach von einem Missverständnis des Marktes über die Differenzierung des Unternehmens.
Die Kombination aus beschleunigtem Umsatzwachstum, Rekordmarge und einem Ausblick über Konsens dürfte die Diskussion um die Positionierung von Zscaler im KI-Sicherheitsmarkt neu beleben. Ob sich das Bewertungsbild der Aktie damit nachhaltig dreht, hängt nun davon ab, ob sich das Momentum bei den KI-Agenten-Buchungen in den kommenden Quartalen fortsetzt.
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