Eigentlich lief das Quartal für Zscaler rund. Der Umsatz stieg um 25 Prozent, die wiederkehrenden Erlöse legten im gleichen Tempo zu, der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde angehoben. Doch die Anleger schauten am Ende auf eine andere Kennzahl – und die trübte das Bild.
Der Haken: die Free-Cashflow-Marge. Zscaler senkte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf rund 22,8 bis 23,3 Prozent. Zuvor hatte das Management 26,5 bis 27 Prozent in Aussicht gestellt. Grund sind höhere Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur, die im hohen einstelligen Prozentanteil des Umsatzes liegen sollen. Das Unternehmen ziehe sogar einige Ausgaben aus 2027 vor, um erwarteten Preissteigerungen zuvorzukommen.
Guidance angehoben – Vertriebschefs gehen
Die operative Entwicklung bleibt solide. Zscaler hob die Umsatzprognose für 2026 auf rund 3,33 Milliarden Dollar an, die Prognose für die jährlich wiederkehrenden Erlöse auf bis zu 3,75 Milliarden Dollar. Auch die operative Marge soll besser ausfallen als bislang erwartet.
Parallel dazu kämpft das Management mit einem Personalwechsel. Zwei Führungskräfte im Vertrieb verließen das Unternehmen zum Ende des dritten Quartals. Ein Ersatz sei bereits benannt, die zweite Stelle kurz vor der Besetzung. Für die Übergangsphase kalkuliere man vorsichtig.
Für 2027 stellte der Vorstand ein Wachstum von jährlich wiederkehrenden Erlösen und Umsatz von 16 bis 17 Prozent in Aussicht. Die Saisonalität der Neugeschäfte soll sich ähnlich entwickeln wie im Geschäftsjahr 2025.
Wochenverlust trotz Erholung
Am Freitag schloss die Aktie bei 119,92 Euro – ein Plus von 7,4 Prozent an dem Tag. Die Erholung konnte die Verluste der Woche aber nicht wettmachen. Seit dem vorherigen Freitag gab das Papier knapp 24 Prozent nach. Gemessen am Monatsanfang notiert der Wert nahezu unverändert – die heftige Bewegung nach den Zahlen hat sich per saldo ausgeglichen.
Die Aktie notiert rund 37 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. Der RSI liegt bei knapp 70 – einem neutralen Niveau. Die nächste Unterstützung liegt nahe dem Freitagstief von knapp 112 Euro. Auf der Oberseite markiert die 50-Tage-Linie bei rund 124 Euro den ersten Widerstand.
Worauf es jetzt ankommt
Das Signal der Woche war nicht, dass das Geschäft von Zscaler schwächelt. Das Unternehmen hebt Prognosen an, der Markt für Cybersicherheit wächst. Der Knackpunkt ist die Qualität des Wachstums: niedrigere freie Cashflow-Marge bei steigenden Investitionen, dazu ein Führungswechsel im Vertrieb.
Für Anleger rückt die Kapitalrendite in den Fokus. Ob Zscaler seine Margenziele erreicht und wie sich der Vertriebsumbau auf die Neugeschäfte auswirkt – das entscheidet über die weitere Kursentwicklung. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Basis für eine Erholung trägt.
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