Zscaler hat eine starke Wachstumsstory. Aber der Markt schaut inzwischen weniger auf Tempo als auf die Frage, wie viel davon am Ende hängen bleibt. Nach neuen Aussagen des Managements rückt genau dieser Spagat zwischen Umsatzdynamik und Profitabilität in den Mittelpunkt.
Die Aktie hat darauf deutlich reagiert. Seit Jahresbeginn liegt sie mit 33,89 Prozent im Minus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 52,06 Prozent. Der aktuelle Kurs von 124,44 Euro notiert nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 123,68 Euro, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 33,90 Prozent liegt. Das zeigt: Die Erholung bleibt fragil.
Wachstum ja, aber teurer
Im dritten Quartal steigerte Zscaler den Umsatz um 25,4 Prozent auf 850,48 Millionen Dollar. Gleichzeitig übertraf der Konzern die Gewinnschätzung je Aktie um 0,07 Dollar. Auf den ersten Blick wirkt das solide. Der Haken liegt aber im Ausblick.
Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 875 und 878 Millionen Dollar. Noch wichtiger für Investoren: Die Prognose für die Free-Cashflow-Marge wurde auf 22,8 bis 23,3 Prozent gesenkt. Genau dieser Punkt trifft den Markt derzeit empfindlich, weil Zscaler lange auch über die Qualität des Wachstums bewertet wurde, nicht nur über die Umsatzkurve.
Der Markt will Klarheit
Bei einer Konferenz in dieser Woche stellte sich die Unternehmensführung den Fragen zur weiteren Entwicklung. Im Fokus steht dabei, wie Zscaler seine langfristigen Wachstumsziele mit dem kurzfristigen Margendruck zusammenbringen will. Das ist kein Randthema. Die Bewertung hängt inzwischen stark daran, ob das Unternehmen beim Cashflow stabil bleibt.
Analysten bleiben zwar grundsätzlich freundlich gestimmt. Der Konsens lautet weiter auf „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 216,03 Dollar. Guggenheim stufte die Aktie sogar auf „Buy“ hoch und nennt ein Kursziel von 214 Dollar. Der Abstand zum aktuellen Kurs bleibt aber groß. Anleger verlangen also vor allem eins: belastbare Fortschritte bei der Profitabilität.
Der heutige Kursanstieg von 0,65 Prozent wirkt vor diesem Hintergrund eher wie ein vorsichtiger Stabilisierungsschritt. Mit einer 30-Tage-Volatilität von 119,43 Prozent bleibt die Aktie nervös, und der RSI von 77,3 signalisiert bereits eine deutlich überhitzte kurzfristige Lage. Zscaler muss nun zeigen, dass starkes Wachstum nicht dauerhaft mit sinkender Marge bezahlt wird. Am Markt wird genau darauf in den nächsten Quartalen besonders genau geschaut.
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