Acht Prozent nachbörslich, das klingt nach einer klaren Sache. Zoom hat die Quartalszahlen für Q1 vorgelegt, beide Kennziffern geschlagen, die Jahresziele angehoben und obendrauf noch ein Milliarden-Aktienrückkaufprogramm genehmigt. CEO Eric Yuan darf sich kurz freuen. Dann kommt der zweite Absatz der Mitteilung.
Die Zahlen, die zählen
Der Umsatz im ersten Quartal, beendet am 30. April, lag bei 1,24 Milliarden Dollar und übertraf damit den Konsens von 1,22 Milliarden um rund 20 Millionen. Das Non-GAAP-EPS kam auf 1,55 Dollar, 13 Cent über den Erwartungen und ein ordentliches Stück über den 1,43 Dollar aus dem Vorjahreszeitraum. Das Enterprise-Segment, Zooms größter Umsatzträger, legte um 7,2 Prozent auf 755,7 Millionen Dollar zu. Für ein Unternehmen, dem Analysten seit Jahren einstelliges Wachstum attestieren, ist das zumindest solide.
Dazu passt, dass die Jahresziele nun bei 5,08 bis 5,09 Milliarden Dollar Umsatz liegen, der Konsens stand bei 5,07 Milliarden. Beim bereinigten EPS traut sich Zoom jetzt 5,96 bis 6,00 Dollar zu, zuvor waren es 5,77 bis 5,81 Dollar. Das ist mehr als ein symbolisches Anheben.
KI als Wachstumshebel, oder Hoffnung?
Yuan hat bei den AI-Zahlen nachgelegt. Zahlende Nutzer des AI Companion stiegen um 184 Prozent gegenüber dem Vorjahr. My Notes, eine KI-gestützte Notizfunktion, erreichte in den ersten vier Monaten nach dem Launch 1,5 Millionen lizenzierte Nutzer. Zoom integriert KI-Agenten und Assistenten tief in seine Meeting- und Kommunikationsdienste, um Enterprise-Kunden zu binden und neue zu gewinnen. Das ist die Strategie, und die Zahlen zeigen zumindest, dass die Nutzer mitspielen.
Zoom Communications Aktie Chart
Q2 ist der Haken
Beim Ausblick auf das zweite Quartal wird es enger. Zoom erwartet Umsatz zwischen 1,265 und 1,27 Milliarden Dollar, der Konsens lag bei 1,27 Milliarden, also am oberen Ende. Beim bereinigten EPS peilt Zoom 1,45 bis 1,47 Dollar an, Analysten hatten im Schnitt 1,47 bis 1,48 Dollar erwartet. Kein Einbruch, aber auch kein Puffer. Wer auf eine Wiederholung des Q1-Übertreffers im zweiten Quartal gewettet hat, bekommt erstmal keine Rückendeckung vom Management.
Die Liquidität bleibt komfortabel: Zum Quartalsende lagen Zahlungsmittel und Wertpapiere bei rund 7,7 Milliarden Dollar, kaum verändert gegenüber den 7,8 Milliarden vom Januar. Zoom generiert Cash, das ist unbestritten. Ob daraus Wachstum wird, das die Aktie wirklich bewegt, das ist die Frage, die Yuan noch nicht beantwortet hat. Acht Prozent nachbörslich sind ein Anfang, kein Urteil.
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