Die Tiergesundheitssparte Zoetis erlebt einen massiven Vertrauensverlust. Nach einer Reihe von Analystenabstufungen und drastisch gesenkten Kurszielen notiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Aktuell kostet das Papier 62,92 Euro – das sind 0,44 Prozent weniger als am Vortag und nur 64 Cent über dem Jahrestief von 62,52 Euro.
TD Cowen und Stifel ziehen die Reißleine
Der Auslöser für den jüngsten Kursrutsch: TD Cowen senkte das Kursziel von 150 auf 104 Dollar. Die Analysten bestätigten zwar ihre Kaufempfehlung. Die Reduktion um fast 31 Prozent ist dennoch ein massiver Vertrauensentzug.
Stifel zog nach – und stufte die Aktie gleich auf „Halten“ herunter, Kursziel 85 Dollar. UBS vergibt „Neutral“ bei 99 Dollar. Morgan Stanley bleibt mit „Overweight“ und 115 Dollar optimistischer. Der Konsens liegt jetzt bei „Halten“, das durchschnittliche Kursziel bei 130,85 Dollar.
Enttäuschende Zahlen, gesenkte Prognose
Die Analystenschelte hat ein Fundament. Zoetis verfehlte die Erwartungen im ersten Quartal deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,53 Dollar – geschätzt waren 1,60 Dollar. Der Umsatz erreichte 2,26 Milliarden Dollar, die Markterwartung lag bei 2,30 Milliarden.
Das Management spricht von einem „schwierigen Umfeld“. Tierbesitzer zeigen sich preissensibel, die Zahl der Tierarztbesuche sinkt. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Zoetis jetzt einen Gewinn von 6,85 bis 7,00 Dollar pro Aktie. Bisher standen 7,00 bis 7,10 Dollar im Plan.
Technische Talfahrt und Insider als Lichtblick
Die Aktie liegt 37 Prozent unter der 200-Tage-Linie und 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 32 Punkten signalisiert: Der Wert ist fast überverkauft. Auf Jahressicht verlor Zoetis 53 Prozent.
Es gibt aber vereinzelte Kaufsignale. Insider erwarben in den letzten 90 Tagen 11.650 Aktien im Wert von rund 886.000 Dollar. Auch institutionelle Anleger bleiben mit über 92 Prozent Anteil stark engagiert. Lansforsakringar Fondforvaltning AB stockte im ersten Quartal um fast 20 Prozent auf.
Rechtlich bleibt es spannend. Mehrere Kanzleien erinnern an die Frist für die Hauptklägermeldung im Juli 2026. Gegenstand einer Sammelklage: angebliche irreführende Aussagen zur Nachfrage von Schlüsselprodukten wie Librela und Simparica Trio nach behördlichen Warnungen.
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