Zoetis Aktie: 52-Wochen-Tief bei 61,98 Euro

Zoetis verzeichnet weiterhin schwache Markttrends, Analysten senken Kursziele. Neuer CFO/COO und Übernahme von VitalRADS sollen den Umbau vorantreiben.

Auf einen Blick:
  • Neues 52-Wochen-Tief bei 61,98 Euro
  • JPMorgan und UBS senken Kursziele
  • BlackRock hält 9,0 Prozent Anteil
  • Übernahme von VitalRADS abgeschlossen

Zoetis kommt nicht zur Ruhe: Das Management des Tiermedizin-Konzerns bestätigte gestern, dass sich die Markttrends im Juli nicht verbessert haben. Preissensible Haustierbesitzer und aggressivere Rabattaktionen der Konkurrenz belasten das Geschäft weiter – ein Signal, das Anleger als Fortsetzung der Schwächephase werten dürften, die sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte.

Die Aktie markierte am Montag mit 61,98 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, bevor sie sich am Dienstag auf 65,20 Euro erholte, ein Plus von 0,90 Prozent. Die kurze Gegenbewegung ändert wenig an der grundsätzlichen Stimmungslage: Ohne erkennbare Stabilisierung im wichtigen US-Geschäft bleibt der Ausblick fragil, zumal die Dermatologie-Sparte als früherer Wachstumstreiber weiterhin unter Druck steht.

Analysten bleiben vorsichtig

JPMorgan Chase & Co. senkte am Freitag das Kursziel für Zoetis von 130 auf 115 Dollar, beließ die Einstufung aber bei Overweight. Die Bank reagierte damit auf die zurückgenommene Jahresprognose, sieht das Papier aber offenbar weiterhin als attraktiv bewertet an.

UBS Group zeigte sich skeptischer und kappte ihr Kursziel auf 80 Dollar bei einer Neutral-Einstufung – ein deutliches Zeichen, dass nicht alle Häuser von einer schnellen Erholung ausgehen.

Institutionelle Investoren uneins

Die Positionierung großer Adressen fällt uneinheitlich aus. BlackRock erklärte in einer Mitteilung vom 30. Juli, mit 37.660.315 Class-A-Aktien einen Anteil von 9,0 Prozent an Zoetis zu halten, Stand Ende Juni. Renaissance Technologies reduzierte seine Position dagegen im ersten Quartal um 40,7 Prozent und hält nach eigenen Angaben noch 252.000 Aktien.

Gegenläufig positionierte sich Ruane Cunniff & Goldfarb: Der Fonds eröffnete Ende Juli eine neue Position im Umfang von rund 286,7 Millionen Dollar, die damit zur zehntgrößten Beteiligung des Hauses wurde. Das Bild zeigt: Während einige Anleger aussteigen, sehen andere gerade jetzt einen Einstiegszeitpunkt.

Führungswechsel und Portfolioausbau

Zoetis treibt parallel einen personellen Umbau voran. Jay Saccaro, zuvor bei GE HealthCare, übernimmt am 17. August die neu geschaffene Doppelrolle als Chief Financial Officer und Chief Operating Officer.

Der bisherige Finanzchef Wetteny Joseph wechselt in eine Position als Sonderberater. Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der das Unternehmen operativ unter Druck steht – ein Umstand, der die Erwartungen an den neuen COO/CFO zusätzlich erhöht.

Strategisch setzt Zoetis unterdessen auf Diversifikation: Am Donnerstag schloss der Konzern die Übernahme von VitalRADS ab, einer Plattform für veterinärmedizinische Teleradiologie. Damit soll das Diagnostik- und KI-gestützte Bildgebungsgeschäft ausgebaut werden – ein Feld, das abseits des margenschwachen Massenmarkts für Haustierprodukte zusätzliches Wachstum liefern soll.

Der Umbau folgt auf die drastische Prognosekürzung vor über einem Monat, als Zoetis sein Umsatzziel für 2026 kappte. Dass sich die Nachfrage im Juli laut Unternehmensangaben nicht erholt hat, dürfte die Diskussion darüber befeuern, wie nachhaltig die aktuellen Belastungsfaktoren tatsächlich sind – und wie schnell der neue Finanzchef gegensteuern kann.

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