Der chinesische Bergbaukonzern Zijin Mining hat die geplante Komplettübernahme von Allied Gold überraschend abgesagt. Der Deal, der ursprünglich im Januar 2026 vereinbart wurde und ein Volumen von rund 5,5 Milliarden kanadischen Dollar (etwa 4,01 Milliarden US-Dollar) umfassen sollte, wurde am Mittwoch offiziell beendet. Damit scheitert eines der größten Expansionsvorhaben des Unternehmens in diesem Jahr vorzeitig.
Geopolitische Spannungen bremsen Expansionspläne
Als Gründe für das Scheitern der Transaktion werden Verzögerungen in den Genehmigungsverfahren, geopolitische Reibungsverstärkte sowie anhaltende Steuerstreitigkeiten angeführt. Trotz des Abbruchs der vollständigen Übernahme bleibt Zijin Mining bei Allied Gold engagiert, wenn auch in deutlich kleinerem Maßstab. Medienberichten zufolge plant der Konzern nun eine Investition von rund 1,99 Milliarden Yuan im Rahmen einer Privatplatzierung.
Dabei sollen 12,8 Millionen Aktien zu einem Preis von 32,55 kanadischen Dollar pro Stück erworben werden. Nach Abschluss dieser Transaktion, die voraussichtlich am 10. August erfolgen soll, wird Zijin Mining einen Anteil von rund 9,2 Prozent an Allied Gold halten. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Börsen in Toronto und New York.
An der Börse wird Zijin Mining derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 35,87 Milliarden Euro bewertet. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 3,63 Euro. Damit notiert das Papier aktuell rund 28,18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang März bei 5,05 Euro markiert wurde.
Finanzieller Spielraum und langfristige Ziele
Die Entscheidung zum Rückzug erfolgt vor dem Hintergrund einer ambitionierten, aber kapitalintensiven Wachstumsstrategie. Seit 2009 hat das Unternehmen mehr als 20 Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von über 54 Milliarden Yuan getätigt. Allein im Jahr 2022 gab der Konzern knapp 35 Milliarden Yuan für Akquisitionen aus, um seine Position im Bereich der strategischen Rohstoffe zu festigen.
Die Bilanz des Unternehmens zeigt jedoch eine hohe Verschuldung. Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich zuletzt auf 167,17 Milliarden Yuan, wovon 24,03 Milliarden Yuan auf kurzfristige Kredite entfielen. Angesichts dieser Finanzstruktur hatte die Ratingagentur Fitch die Bewertung des Unternehmens auf BB+ herabgestuft. Um den finanziellen Spielraum zu erweitern, wurden zuletzt Anleihen im Wert von 12,2 Milliarden Yuan ausgegeben; zudem ist die Emission einer Wandelanleihe über 10 Milliarden Yuan geplant.
Fokus auf strategische Rohstoffe
Trotz des Rückschlags bei Allied Gold verfolgt die Konzernführung das Ziel, bis zum Jahr 2030 zu den weltweit drei bis fünf größten Bergbauunternehmen aufzusteigen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherung von Lithium-Vorkommen. Mit Projekten wie dem 3Q-Lithium-Salzsee in Argentinien, dem Laguo-Tso-Salzsee in Tibet und der Houdao-Mining-Mine verfügt das Unternehmen über geschätzte Lithium-Ressourcen von 11,93 Millionen Tonnen.
Während die globale Industrie unter Druck steht, Lieferketten für kritische Mineralien bis 2027 unabhängig von chinesischen Importen zu gestalten, baut Zijin Mining seine Kapazitäten weiter aus. In einem früheren Geschäftsjahr erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 270 Milliarden Yuan einen Nettogewinn von rund 20 Milliarden Yuan. Ob die nun gewählte Minderheitsbeteiligung an Allied Gold ausreicht, um die langfristigen Förderziele im Goldsektor zu stützen, bleibt abzuwarten.
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