ZEAL Network verlässt den deutschen Heimatmarkt und kauft sich in eine der lukrativsten Nischen des britischen Gewinnspielmarkts ein. Der Hamburger Online-Lotterie-Anbieter hat einen Aktienkaufvertrag für die verbleibenden 96,5 Prozent an SevenCanyon Limited unterzeichnet — an dem Unternehmen war ZEAL bereits mit 3,5 Prozent beteiligt. Der Deal markiert den ersten echten Auslandsvorstoß des Konzerns und zugleich den Einstieg in ein neues Produktsegment.
Prize-Draws statt Lotto-Kugeln
SevenCanyon betreibt in Großbritannien mehrere Plattformen für sogenannte Prize Draws — digitale Gewinnspiele, bei denen Teilnehmer um Autos, Häuser und Lifestyle-Produkte spielen. Marken wie 7days Performance, Redline Competitions und UK Carp Competitions zählen zum Portfolio. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2026 (April 2025 bis März 2026) erwirtschaftete SevenCanyon ein operatives Ergebnis von mehr als 10 Millionen britischen Pfund — ein Beleg für die Profitabilität des Geschäftsmodells, das ZEAL nun mit eigenen Stärken in Marketing, Datenanalyse und Regulierung skalieren will.
Der Kaufpreis für die restlichen Anteile liegt bei rund 33,8 Millionen Pfund in bar, hinzu kommt eine erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 4,8 Millionen Pfund über sechs Monate. Finanziert wird die Übernahme im Wesentlichen über ein neues, von der Deutschen Bank arrangiertes Darlehen mit einer Laufzeit von sieben Jahren. Diese Struktur soll dem Unternehmen finanzielle Flexibilität für künftige Kapitalallokation erhalten.
An der bestehenden EBITDA-Prognose von 70 bis 75 Millionen Euro für 2026 hält ZEAL fest — unter der Annahme eines normalen Jackpot-Umfelds in Deutschland. Einmalige Transaktionskosten im mittleren einstelligen Millionenbereich sind darin bereits eingepreist. Für das erste komplette Geschäftsjahr nach Vollzug rechnet der Vorstand mit einem positiven EBITDA-Beitrag von SevenCanyon im hohen einstelligen Millionenbereich. Eine Anpassung der Umsatzprognose will ZEAL erst vornehmen, sobald der IFRS-Ausweis der SevenCanyon-Erlöse final feststeht.
CEO Stefan Tweraser und CFO Andrea Behrendt erläutern die Transaktion heute um 11:30 Uhr in einem Conference Call für Investoren, Analysten und Journalisten. Die Präsentation dazu steht am Vormittag auf der Unternehmenswebsite bereit, im Anschluss soll eine Aufzeichnung des Calls verfügbar sein.
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