Xtrackers AI & Big Data ETF: Rekordhoch vom 2. Juni

Cloud-Geschäfte von Amazon, Microsoft und Alphabet treiben den KI-ETF an, während Apple und Meta Verluste verzeichnen. Die Renditefrage der Milliarden-Investitionen bleibt zentral.

Auf einen Blick:
  • Cloud-Riesen gewinnen Billionen an Wert
  • Apple und Meta mit deutlichen Kursverlusten
  • ETF erholt sich trotz Monatsminus
  • Zweifel an Rendite der KI-Ausgaben
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Eine Berichtssaison, zwei Welten. Während Amazon, Microsoft und Alphabet ihre Aktionäre mit Cloud-Zahlen beglückten, rutschten Apple und Meta an der Börse ab. Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF bekam beide Seiten dieser Medaille zu spüren und schloss die Woche mit einem Kursplus von 2,33 Prozent auf 196,06 Euro.

Cloud-Boom treibt drei Schwergewichte

Amazon lieferte die Zahl der Woche. Der Cloud-Bereich AWS wuchs im zweiten Quartal um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das schnellste Tempo seit 2021. Der Konzern erhöhte zudem seine Investitionsplanung für das laufende Jahr von 200 auf 220 Milliarden Dollar. Anleger honorierten das: Die Aktie schloss am Freitag mehr als 15 Prozent höher.

Die Cloud-Dynamik strahlte auf die gesamte Branche aus. Amazon, Microsoft und Alphabet gewannen laut CNBC in der vergangenen Woche zusammen fast 1,5 Billionen Dollar an Börsenwert hinzu. Über alle sechs großen Techkonzerne mit Berichtstermin gerechnet, wechselten binnen einer Woche fast zwei Billionen Dollar an Marktwert die Seiten.

Apple und Meta bremsen die Rally

Auf der Verliererseite traf es Apple besonders hart. Das Management stellte für das laufende Quartal ein schwächeres Umsatzwachstum in Aussicht und warnte vor Engpässen bei wichtigen Bauteilen. Schwächere Dienstleistungserlöse und enttäuschende Verkäufe in China verstärkten den Druck zusätzlich.

Die Aktie fiel am Freitag um nahezu 10 Prozent. Der Ausverkauf vernichtete fast 500 Milliarden Dollar an Marktwert und markierte Apples schlechtesten Tag seit dem Corona-Crash im März 2020.

Auch Meta enttäuschte, trotz solider Zahlen. Der Konzern verlor binnen der Woche rund 85 Milliarden Dollar an Wert – obwohl das Management die Untergrenze seiner Kapitalausgaben-Prognose für 2026 sogar anhob. Offenbar reichte den Anlegern das nicht mehr als Kompensation für die hohen Kosten.

Die Zweifel gelten der Rendite, nicht der Nachfrage

Hinter dem Auf und Ab steckt eine gemeinsame Frage: Zahlen sich die gewaltigen KI-Investitionen der Branche am Ende aus? Ein Investmentbanker von Jefferies bezifferte die branchenweiten KI-Ausgaben der kommenden zwölf Monate auf fast 800 Milliarden Dollar. Seine Einschätzung: Investoren zweifeln nicht mehr an der KI-Nachfrage selbst. Sie fragen sich, ob die Gewinne langfristig groß genug ausfallen, um diese Summe zu rechtfertigen.

Diese Verunsicherung baute sich schon vor den Zahlen auf. Kursbewegungen in den Wochen davor zeigten bereits, dass Anleger nervös wurden – lange bevor die eigentlichen Quartalsberichte kamen.

ETF zwischen Rekordhoch und Erholung

Der Xtrackers-Fonds spiegelt diese Gemengelage wider. Trotz der jüngsten Erholung auf Wochensicht liegt der ETF binnen 30 Tagen noch 5,60 Prozent im Minus – ein Nachhall der schwächeren Marktphase der vergangenen Wochen. Vom Rekordhoch bei 222,05 Euro, erreicht am 2. Juni 2026, trennen den Fonds aktuell noch 11,70 Prozent.

Der langfristige Trend bleibt intakt: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 26,07 Prozent, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar von 37,03 Prozent. Der RSI-Wert von 47,8 zeigt dabei eine neutrale Marktlage, ohne Anzeichen einer Überkauft- oder Überverkauft-Situation.

Andere Themen-ETFs mit Fokus auf Halbleiter zeigten sich in den vergangenen Wochen deutlich schwächer. Der iShares Semiconductor ETF verlor im vergangenen Monat 14 Prozent, weil sich Anleger von reinen Momentum-Wetten auf Chip- und Speicherhersteller abwandten. Der breiter aufgestellte Xtrackers-Fonds, der neben Hardware auch Software, Cloud-Werte und Kommunikationsdienstleister abbildet, konnte diese Schwäche durch die starke Woche der Cloud-Konzerne teilweise auffangen.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die Skepsis gegenüber den KI-Ausgaben verfestigt oder ob weitere starke Cloud-Zahlen die Zweifel wieder zerstreuen. Für den ETF bleibt die Diversifikation über Hardware, Software und Cloud hinweg vorerst der entscheidende Puffer gegen einseitige Ausschläge einzelner Techgiganten.

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