Die Zahl der XRP-Adressen mit Guthaben hat einen Rekord erreicht. Die heute gemeldeten Santiment-Daten nennen 8,24 Millionen solcher Wallets und einen Tageszuwachs von 4.772 Adressen. Das spricht für eine wachsende Verbreitung im Netzwerk. Einen stärkeren Kaufdruck oder eine bevorstehende Kurserholung belegt der Rekord allerdings nicht.
Mehr Wallets sind nicht mehr Nutzer
Der gemeldete Tagesanstieg zählt zu den stärksten seit März. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen Adressen und Nutzern entscheidend: Die Wallet-Zahl entspricht weder der Zahl einzelner Besitzer noch der aktiven Händler. Auch lässt sich daraus allein keine intensivere Nutzung des XRP Ledger ableiten.
Ein Rekord bei Adressen mit Guthaben ist deshalb anders zu bewerten als ein nachgewiesener Anstieg der aktiven Nutzung. Das Wachstum liefert einen Hinweis auf die Verbreitung, aber keinen eigenständigen Beleg für zusätzliche Nachfrage nach XRP.
Am Markt schlägt sich der Adressenzuwachs bislang nicht in einer nachhaltigen Erholung nieder: XRP notiert bei 1,29 USD und hat über 30 Tage -16% verloren.
ETF-Nachfrage kehrt zurück
Ein weiteres positives Signal kommt von den US-Spot-XRP-ETFs. In der laufenden Berichtswoche verzeichneten sie Nettozuflüsse von 4,25 Millionen US-Dollar. In der Vorwoche hatten Anleger noch 1,84 Millionen US-Dollar abgezogen.
Damit hat die Nachfrage über diese Anlageprodukte wieder ins Positive gedreht. Die vorherigen Abflüsse hatten eine lange Zuflussserie beendet. Der Wechsel zurück zu Zuflüssen ergänzt den Wallet-Rekord, macht ihn aber noch nicht zu einem belastbaren Signal für eine Trendwende.
Über die vergangenen vier Wochen summierten sich die ETF-Zuflüsse auf 18,5 Millionen US-Dollar. Allein in der Woche bis zum 25. September waren es dagegen 75,6 Millionen US-Dollar gewesen. Die jüngste Nachfrage bleibt damit deutlich hinter diesem früheren Wochenwert zurück.
Börsentransfers relativieren das positive Bild
Parallel zum Adressenzuwachs berichten Marktbeobachter über umfangreiche XRP-Transfers großer Besitzer an Kryptobörsen. Solche Bewegungen stehen einer eindeutigen Interpretation des Wallet-Rekords entgegen. Sie bestätigen allerdings ebenfalls keinen Verkauf.
Ein heute aktualisierter Bericht beschreibt beispielsweise einen großen XRP-Transfer über eine Zwischenwallet an Coinbase. Als mögliche Gründe nennt er neben einem Verkauf auch Umschichtung, außerbörsliche Abwicklung oder Verwahrung.
Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Mehr Wallets und zurückgekehrte ETF-Zuflüsse sind positive Einzelindikatoren. Solange der Adressenzuwachs weder stärkeren Kaufdruck noch aktive Nutzung belegt, trägt er allein jedoch keine belastbare Erholungsthese.
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