XRP notiert bei 1,11 US-Dollar — und das trotz frischer Mittelzuflüsse in börsengehandelte Produkte. Der Grund: Großanleger verkaufen gleichzeitig. Dieses Gegeneinander erklärt, warum der Kurs weder bricht noch steigt.
ETF-Zuflüsse reichen nicht
Die institutionelle Nachfrage ist real. XRP-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 18. Juni Nettozuflüsse von rund 10,66 Millionen Dollar. An einem einzelnen Tag flossen zusätzlich etwa 17,11 Millionen Dollar — der größte Tageseingang seit rund zwei Monaten. Das verwaltete Vermögen der XRP-ETFs überstieg damit die Marke von 1,06 Milliarden Dollar.
Trotzdem bleibt XRP unter Druck. Im Monatsvergleich liegt der Kurs rund 18 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn sogar fast 41 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar ist XRP weit entfernt.
Wale verteilen, Börsen leeren sich
Das eigentliche Problem sind die großen Wallets. Analysten beobachteten, dass Großanleger innerhalb von fünf Tagen mehr als 30 Millionen XRP auf den Markt warfen. Diese Verkäufe dämpfen Erholungsversuche — selbst wenn ETF-Produkte frisches Kapital anziehen.
Auf der anderen Seite sinken die XRP-Bestände an Kryptobörsen. Sie liegen aktuell bei rund 1,6 Milliarden XRP — ein Sieben-Jahres-Tief und etwa 50 Prozent unter dem Niveau vom Oktober 2025. Weniger Token an Börsen bedeuten grundsätzlich weniger sofort verfügbares Angebot. Das allein reicht aber nicht für steigende Kurse, solange Wale weiter verkaufen.
Technisch fragil, Unterstützung unter Druck
Der RSI liegt bei 37 — nahe überverkauftem Terrain, aber noch ohne klares Kaufsignal. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,54 Dollar ist weit entfernt. Kurzfristig gilt die 1,10-Dollar-Marke als kritische Unterstützung. Ein Tagesschluss darunter würde den jüngsten Stabilisierungsversuch zunichtemachen.
Nach oben braucht XRP zunächst einen Schlusskurs über 1,20 Dollar. Erst dann rückt der Widerstandsbereich zwischen 1,25 und 1,29 Dollar in den Blick — wo auch ein möglicher Death Cross die Aufwärtsbewegung bremsen könnte. Solange Wal-Verkäufe anhalten, dürften ETF-Zuflüsse den Kurs eher stabilisieren als antreiben.
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