Die jüngsten Sicherheitsverbesserungen für den XRP Ledger sind noch nicht einsatzbereit. Entwickler haben heute vier Korrekturen vorgeschlagen, die Ausnahmen bei der Übertragung beschränkter Token schließen sollen. Für XRP-Anleger ist dabei entscheidend: Der Vorschlag ist weder in den Code übernommen noch im Hauptnetz aktiv. Erst die Zustimmung der Validatoren könnte den Weg zur Aktivierung öffnen.
Neue Korrekturen ohne bestätigten Missbrauch
Medienberichten zufolge bündelt das Paket fixCleanup3_5_0 Änderungen, die verhindern sollen, dass beschränkte Token über Protokollausnahmen auf nicht zugelassene Konten gelangen. Die XRP Ledger Foundation erklärte, ihr sei keine Ausnutzung dieser Ausnahmen durch Außenstehende bekannt.
Damit geht es um vorgeschlagene Schutzmaßnahmen, nicht um die Meldung eines bestätigten Angriffs auf den XRP Ledger. Diese Unterscheidung ist angesichts des aktuellen Sicherheitsvorfalls bei Binance wichtig. Medienberichten zufolge löste dieser einen breiten Ausverkauf am Kryptomarkt aus und bildete den unmittelbaren Hintergrund für den Rückgang von XRP.
XRP gehörte zwar zu den aus Binance-Wallets übertragenen Vermögenswerten. Die Berichte identifizierten XRP jedoch nicht als Ursache des Vorfalls. Der Angriff auf die Börse und die vorgeschlagenen Änderungen am Ledger sind deshalb getrennte Sachverhalte.
Validatoren bestimmen den Zeitplan
Wie stark technische Änderungen von der Zustimmung der Validatoren abhängen, zeigt ein anderes Korrekturpaket. Am 22. Oktober wurde berichtet, dass sich die Aktivierung von fixCleanup3_4_0 auf den 4. November verschoben hatte. Zuvor war die Unterstützung kurz unter die erforderliche Schwelle gefallen.
Dadurch begann die vierzehntägige Zustimmungsfrist erneut. Das Paket betrifft eine Lücke bei der Token-Erstellung sowie Berechnungen für Tresor- und Kreditfunktionen. Das separate Kreditsystem blieb inaktiv. Der verschobene Termin gehört zu diesem älteren Paket, nicht zu den heute vorgeschlagenen Korrekturen.
Auch eine am Mittwoch gemeldete Neuerung für die Kontoeröffnung befindet sich noch in Prüfung. Sponsoren sollen künftig die XRP-Reserveanforderungen neuer Konten übernehmen können. Kunden könnten dann Wallets anlegen und Stablecoin-Zahlungen beginnen, ohne diese zunächst selbst mit XRP auszustatten. Die dafür nötige Protokolländerung hatte die erforderliche Validatorenunterstützung noch nicht erreicht.
Nutzungsausbau ist nicht gleich Aktivierung
Parallel meldete Ripple am Mittwoch eine Partnerschaft mit Coinbase zur breiteren Verfügbarkeit von RLUSD. Vorgesehen ist die Unterstützung auf dem XRP Ledger, Base und Ethereum. Nach Angaben von Coinbase soll die Verfügbarkeit als institutionelle Sicherheit folgen.
Solche Vertriebsvereinbarungen sind von technischen Protokollfreigaben zu unterscheiden. Für Anleger zählt deshalb nicht nur die Ankündigung neuer Anwendungen. Bei den aktuellen Ledger-Vorschlägen sind die nächsten entscheidenden Schritte die Codeübernahme und die erforderliche Zustimmung der Validatoren. Erst danach können aus geplanten Funktionen aktive Bestandteile des Netzwerks werden.
Stand heute, 30. Oktober: XRP – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in XRP investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
