Seit Wochen tritt der XRP-Kurs auf der Stelle. Zwischen 1,05 und 1,10 Dollar pendelt der Token, während in Washington über ein Gesetz gestritten wird, das eigentlich für Bewegung sorgen sollte. Aktuell notiert XRP bei 1,08 Dollar — und die technischen Indikatoren liefern kein klares Bild.
Der RSI liegt bei 44 und deutet eher auf eine schwache Verfassung hin. Der Stochastic-Oszillator ist auf 20,80 gefallen — ein Niveau, von dem aus in der Vergangenheit häufiger Erholungen starteten, weil Verkäufer erschöpft wirken. Um aus der Seitwärtsphase auszubrechen, müsste der Kurs über die Marke von 1,12 Dollar steigen. An der Hürde von 1,16 Dollar war XRP bereits Anfang Juli gescheitert.
CLARITY Act bleibt das Nadelöhr
Der eigentliche Kurstreiber liegt nicht im Chart, sondern im US-Senat. Am 17. Juli fand in New York eine Anhörung zum CLARITY Act statt — eine Abstimmung war das jedoch nicht. Senatorin Lummis drängt auf Tempo, Ripple-Chef Garlinghouse und Coinbase-CEO Armstrong unterstützen das Vorhaben öffentlich. Für die Verabschiedung braucht es 60 Stimmen im Senat, sieben Demokraten müssten dafür die Seite wechseln.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit auf der Prognoseplattform Polymarket ist zuletzt auf rund 43 Prozent gefallen. Ein neuer, kombinierter Gesetzesentwurf aus den Ausschüssen für Banking und Agriculture könnte zwar diese Woche vorgelegt werden. Allerdings bleiben dem Senat nur noch wenige Wochen bis zur Sommerpause — konkurrierend mit einem Verteidigungshaushalt, der ebenfalls um Plenarzeit ringt. Verpasst das Gesetz dieses Fenster, drohen wegen der Zwischenwahlen Verzögerungen bis 2027.
Analysten kappen die Ziele
Die fundamentale Story bleibt intakt: Ripple Payments läuft inzwischen in über 90 Märkten, und der Vermögensverwalter T. Rowe Price hat einen Multi-Crypto-ETF mit XRP-Anteil aufgelegt. Trotzdem fließt kaum frisches Kapital in die spezialisierten Spot-ETFs — in der Woche vom 13. bis 17. Juli kamen gerade einmal 6,78 Millionen Dollar zusammen, deutlich weniger als bei Ethereum-Produkten.
Standard Chartered hat die Konsequenzen bereits gezogen und das Jahresendziel von 8,00 auf 2,80 Dollar gekappt. Am langfristigen Ziel von 12,60 Dollar für 2028 hält die Bank aber fest. Auf Zwölfmonatssicht liegt XRP rund 68 Prozent unter seinem Hoch von 3,65 Dollar — ein Comeback, sollte der CLARITY Act tatsächlich durchkommen, bräuchte nach dieser Einschätzung noch Monate.
Die kommenden drei Wochen entscheiden, ob der Senat vor der Sommerpause noch abstimmt. Scheitert der Zeitplan, dürfte XRP ohne diesen Katalysator vorerst in der engen Spanne zwischen 1,05 und 1,10 Dollar verharren.
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