Ripple bereitet den Einsatz von XRP als Kreditsicherheit im Zahlungsverkehr vor. Auf der Konferenz XRP Seoul kündigte Ripple-Präsidentin Monica Long entsprechende Testläufe an. Die Ankündigung fällt in eine verhaltene Handelsphase des Krypto-Assets: Der Token notiert aktuell bei 1,42 USD und verzeichnet über die vergangenen sieben Tage ein Minus von 5,0 Prozent.
Pilotprojekte für die Zahlungsfinanzierung
Die angelaufenen Tests konzentrieren sich auf Kredit- und Finanzierungsdienste für grenzüberschreitende Zahlungen. Durch die Hinterlegung des Tokens als Sicherheit sollen institutionelle Teilnehmer ihre Liquidität bei Abrechnungen flexibler steuern können.
Als Zielmarke für die reguläre Aktivierung des Angebots nannte Long das Jahr 2027. Bis dahin sind ausführliche Erprobungsphasen angesetzt, um die Praxistauglichkeit der Mechanismen sicherzustellen.
Der Vorstoß knüpft an weitere Schritte im institutionellen Geschäft an. So weitete Ripple am Dienstag die Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter Brevan Howard aus. Die Sparte Ripple Prime übernimmt künftig Multi-Asset-Prime-Brokerage-, Clearing- und Finanzierungsdienste für die von Brevan Howard verwalteten Fonds. Finanzielle Konditionen und ein konkreter Starttermin wurden für diese Kooperation nicht veröffentlicht.
Frische Mittel für US-Spot-ETFs
Parallel zu den strategischen Ankündigungen verzeichneten regulierte Anlageprodukte wieder Kapitalzuflüsse. Medienberichten zufolge verbuchten US-Spot-ETFs für XRP am Dienstag Nettozuflüsse in Höhe von 3,14 Millionen US-Dollar. Wesentlicher Treiber war der Fonds von Bitwise, der Zuflüsse von 10,55 Millionen US-Dollar verzeichnete. Mittelabflüsse bei anderen Emittenten dämpften diesen Wert im Tagesverlauf jedoch ab.
Die Nachfrage über börsengehandelte Fonds unterstreicht das anhaltende Interesse professioneller Marktteilnehmer. Gleichzeitig zeigen die gegenläufigen Kapitalströme bei den einzelnen Fondsanbietern, dass der Markt die weitere Entwicklung vorerst abwägend begleitet.
Monatliche Treuhandfreigabe und Marktumfeld
Auf Netzwerkebene vollzog Ripple zum Monatsauftakt die turnusmäßigen Transfers. Am 1. Oktober wurden im Rahmen des monatlichen Treuhandprozesses eine Milliarde XRP freigegeben. Die Bereitstellung erfolgte in vier getrennten Transaktionen, die der kalkulierbaren Liquiditätsversorgung des Ökosystems dienen.
Auf technischer Seite bleibt die Infrastruktur im Fokus, nachdem vor gut einer Woche das Protokoll-Update Batch V1.1 für den XRP Ledger thematisiert worden war. Seit Jahresanfang verzeichnet die Kryptowährung ein Minus von 23 Prozent. Marktbeobachter richten den Blick nun darauf, wie sich die neu angekündigten Finanzierungsdienste und institutionellen Partnerschaften bis zum anvisierten Start im Jahr 2027 etablieren.
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