Ripple treibt seine institutionelle Expansion voran. Am Freitag hat Ripple Prime ein neues Delta-One-Desk gestartet, über das institutionelle Kunden Total-Return-Swaps auf US-Aktien, Indizes und digitale Vermögenswerte handeln können.
Wie Ripple und Bloomberg berichten, verfügt Ripple Prime über ein regulatorisches Nettokapital von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Der Schritt unterstreicht, dass Ripple sein Geschäft zunehmend auf klassische Finanzmarktinfrastruktur ausrichtet und nicht mehr allein auf den XRP-Token selbst setzt.
ETF-Zuflüsse auf Jahreshoch
Parallel dazu verzeichnen die Spot-XRP-ETFs die stärkste Woche des Jahres. Für die Handelswoche bis zum 28. August flossen den Fonds netto 110,49 Millionen US-Dollar zu, wie Coinbase mitteilte.
Die kumulierten Nettozuflüsse summieren sich damit auf 1,66 Milliarden US-Dollar, das gesamte Nettovermögen der Fonds kletterte auf 1,44 Milliarden US-Dollar. Bereits am 26. August hatte ein einzelner Handelstag mit 28,14 Millionen US-Dollar den höchsten Tageszufluss seit mehr als sieben Monaten gebracht.
Trotz dieser Nachfrage von institutioneller Seite bewegt sich der Kurs uneinheitlich. XRP notiert aktuell bei 1,39 US-Dollar und legt am heutigen Sonntag um 0,5 Prozent zu.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 5,0 Prozent zu Buche, ausgelöst durch eine breite Verkaufswelle im Kryptomarkt, die Medienberichten zufolge auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole am Samstag zurückgeht.
Über 30 Tage hinweg hat sich das Bild dagegen deutlich aufgehellt: Hier steht ein Plus von 28 Prozent, XRP notiert damit 22 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,14 US-Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,18 US-Dollar aus Mitte September vergangenen Jahres bleibt der Token jedoch weit entfernt.
Evernorth-Börsengang nimmt Form an
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die von Ripple unterstützte Evernorth Holdings. Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Registrierung für die Fusion mit der Armada Acquisition Corp. II für wirksam erklärt. Die Aktionäre stimmen am 30. September über den Zusammenschluss ab; bei Zustimmung soll die Notierung an der Nasdaq unter dem Kürzel XRPN noch im laufenden oder folgenden Quartal erfolgen.
Evernorth bringt einen anfänglichen XRP-Bestand von 473 Millionen Token in die Transaktion ein und hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde US-Dollar an Bruttoerlösen eingesammelt, unter anderem von SBI Group mit 200 Millionen US-Dollar sowie von Ripple, Pantera Capital, Kraken, GSR und Arrington Capital.
Technische Weiterentwicklung und regulatorische Hürden
Auf technischer Ebene nähert sich das XRP Ledger einem weiteren Update: Das Stabilitätspaket fixCleanup3_3_0 für Vaults, AMMs und das Lending-Protokoll hat mit 82,86 Prozent Validator-Konsens die finale Genehmigungsphase erreicht und soll im September aktiviert werden. Bereits Anfang August war mit Version 3.3.0 ein Upgrade veröffentlicht worden, das private Transfers, Batch-Transaktionen und gesponserte Gebühren für Unternehmenskunden einführte.
Auf politischer Bühne bleibt der regulatorische Fortschritt dagegen zäh. Am 15. September steht im US-Senat eine Verfahrensabstimmung über den Digital Asset Market Clarity Act an, die 60 Stimmen benötigt, um die Debatte voranzubringen. Prognosemärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr auf lediglich rund 19,5 Prozent – ein Dämpfer für Anleger, die auf schnelle regulatorische Klarheit gehofft hatten.
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